Montag, November 30, 2009

FC Le Mont : FC Gossau


NLB
Stade Pontaise
200 Zuschauer
(geringster Publikumsaufmarsch, seit dem Aufstieg des FC Gossau in die NLB im Jahr 2007)

Auf der Hinreise ins Waadtland las man in der Sonntagspresse wieder einiges über unseren örtlichen Fussballverein. Metzgermeister und Sponsor Freddy Grüebler wurde ebenso zitiert wie unser Präsident Roland Gnägi. Ein Foto zeigte den Vereinsvorsitzenden zudem, mit zwei Kamerateams vor der Auswechselbank, auf dem heimischen Buchenwald Sportplatz.

Nun war es also soweit, Spiel 1 nach dem Aufkommen des Wettskandals. Der erste sportliche Auftritt der Fürstenländer, nachdem der FC Gossau von "Digi-Cash" ("Blick") bis Roli Gnägi (NY Times bis BILD Zeitung) eine Woche im Fokus der weltweiten Medien stand. Selbst der Schreiber dieses bescheidenen Text wurde vor einigen Tagen vom Schweizer Fernsehen kontaktiert, ob man evtl. für ein kurzes Statement im Rahmen eines "Sportpanorama" Berichts zur Verfügung stehe? Ein Beitrag über den FC Gossau in der meistgesehenen Sportsendung der Schweiz, ist ansonsten so selten wie der Bau eines Minarett Turms in der Schweiz, ab dem 29.11.2009.

Die Pontaise ist selbst bei Begegnungen zwischen Lausanne und dem FC Gossau nur sehr spärlich gefühlt, an diesem Tag war es noch viel schlimmer. In einem ostdeutschen Wettlokal nachts um Drei herrscht mehr Betrieb, als an diesem Match. Wieder mal schickt man daher ein grosses imaginäres Fragezeichen nach Muri b. Bern. Wieso darf dieser kleine Club seine Heimspiele nicht in seinem Dorf austragen? Befürchtet man tatsächlich, dass z.B. drei Gossauer Fussballanhänger für Kolataralschäden auf deren Sportplatz sorgen?

Friedliebend wie der Gossauer Anhang bekanntlich ist, war es nicht weiter verwunderlich, dass schon bald Präsident Roli Gnägi mit dem Kamerateam des Schweizer Fernsehen bei uns auftauchte. Wir versteckten noch kurz die "Tippzettel" (kleiner Spass am Rande), und begrüssten den Gossauer Medienstar der letzten Woche. "Isch jetzt halt ä chli gstellt" meinte Gnägi mit einem Schmunzeln. Die nette Journalistin stellte uns daraufhin einige Fragen und unser medienerprobte Präsident meinte noch: "jo klar, es wer scho schö wenns meh fans wöred, aber mehr sind um jede froh". Ich versuchte dann auch noch eingermassen Sinnvolles in die Kamera zu sprechen. Was ohne intensives Kommunikationstraining "à la Bundesligaprofis im Zeitalter von SKY TV" gar nicht so einfach ist. Jedenfalls versuchte ich konzentriert ein "wiexait" und andere "fussballtypische" Floskeln zu vermeiden. Man kann ja nicht jahrelang lästern und dann den selben Mist rauslassen.

Nach dem kurzen Gespräch machte sich unser verkabelter Präsident mit dem Kamerateam im Schlepptau wieder Richtung Sitzplätze auf. Jetzt galt die Konzentration endlich wieder dem Fussball. Gespannt warteten wir auf die Reaktion des Gossauer Teams auf die Vorfälle der letzten Wochen. Schriftlich hat sich die Mannschaft ja schon von den Ereignissen rund um den Wettskandal distanziert. Nun lag es an den Spielern, dies auch mit einer kämpferischen Leistung auf dem Feld zu unterstreichen. Das Team knüpfte dann tatsächlich teilweise an die guten Leistungen vom Saisonbeginn an und hätte nach einer halben Stunde in Führung liegen müssen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass in der Folge ausgerechnet ein Goaliefehler zum 1:0 für das Heimteam führte. Adrian Harder, die nominelle Nummer 3 im Gossauer Gehäuse, wurde nach dieser unglücklichen Szene von mehreren Mitspielern getröstet. Dies zeugt sicherlich von einem guten Zusammenhalt im Gossauer Team. Zum oft zitierten psychologisch unglücklichsten Zeitpunkt kassierten die Gäste in der Folge auch noch das 2:0. Wieder war es Adrian Harder, der an dieser Szene massgeblich beteiligt war. Der junge Torhüter konnte einem richtig Leid tun. Sein Vater betreibt eine Zahnarztpraxis, ein Sportpsychologe wäre nach der ersten Halbzeit eher gefragt gewesen. Der Elfmeter, der vom Gossauer Goalie verursacht wurde, war allerdings sehr umstritten. Manch ein Gäste Anhänger vertrat die Meinung, dass der Schiedsrichter mit seiner Entscheidung ähnlich falsch lag, wie das Schweizer Stimmvolk an diesem Wahlsonntag

In der Pause waren die Supporter des Zweitletzten verständlicherweise in besserer Laune als die Unterstützer des Tabellenletzten. Zur bedrückten Stimmung passten die "sensationellen" Sandwiches im Stadion, 5 Stutz, 2 Scheiben Hot Dog Brot, und 2 Scheiben Schinken. Andere verzichteten daraufhin auf feste Nahrung und flirteten lieber mit 65jährigen Angestellten. Dies hatte zur Folge, dass gewisse Personen ihr Bier in der zweiten Hälfte an den Tribünenplatz serviert bekamen. Ein Publikumsaufmarsch, der nicht gerade an eine Pilgerfahrt nach Mekka erinnert, hat eben doch auch seine Vorteile.

Die Gäste spielten in der zweiten Hälfte weiterhin mit viel Herz und wurden (endlich) in der 57. Minuten mit einem Treffer belohnt. Die Vorentscheidung fiel dann just in einer Druckphase des FC Gossau. Ali Özcakmak unser letztjähriger "Starstürmer" (5 Spiele, 0 Tore) traf zum vorentscheidenden 3:1 für Le Mont. Klar, wenns schon nicht läuft tragen sich selbst gegnerische Spieler in die Torschützenliste ein, die zu Gossauer Zeiten in Sachen Treffsicherheit nicht gerade als geistige Brüder von Wilhelm Tell oder Robin Hood durchgegangen wären. Den Vater von Stephan Chapuisat hats jedenfalls gefreut. Der für seine Impulsivität bekannte Trainer der Westschweizer hüpfte freudenstrahlend an der Seitenlinie herum. Das 3:2 durch Murat Ural in der Nachspielzeit brachte dann unser Blut auch nicht mehr wirklich in Wallung, der Schlusspfiff ertönte nur Sekunden später.

Das Kamerateam war nur wieder zur Stelle, und begleitete die Mannschaft zur Verabschiedung der Fans. Was zu einer skurillen und wohl nicht alltäglichen Situation für die Leute vom Schweizer Fernsehen führte. Wo normalerweise die Fans klar in der Überzahl sind, war es hier genau umgekehrt. Der ganze Kader des FC Gossau winkte drei Gossau Anhängern auf der verwaisten Tribüne der Lausanner Pontaise zu. Nicht gerade Zustände wie bei Usain Bolt, als er hier im Juli das 200 Meter Rennen gewann.

Eine grösser Unterstützung hätte die Mannschaft an diesem Tag jedenfalls verdient. Sollte sie an diese Leistung anknüpfen können sehe ich ein kleines glühwürmchengrosses Licht am Ende des NLB Tunnels.
Unterstützung hätte auch der Verein FC Gossau in dieser schwierigen Zeit verdient. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass man diese Partie hätte verschieben müssen. Der psychologische Druck auf die Spieler war enorm, dies war auch in einigen Szenen ersichtlich.

Auf dem Nachhauseweg quer durch die Schweiz sah man dann kaum noch Reisende beim konzentrierten Lesen von "Wettskandal" Berichten. Der überraschende Ausgang des Abstimmungssonntag wurde nun in vielen Zugabteilen diskutiert. Warum? Weshalb? und Wieso? hat die Schweiz diese umstrittene Initiative angenommen? Diese Frage bewegt die Weltöffentlichkeit, zumindest Roli Gnägi muss darüber bestimmt keine Auskunft geben. Es kehrt wieder so etwas wie Normalität beim FC Gossau ein. In dieser Woche wird auch die Aussenministerin Micheline Calmy Rey und nicht der FC Gossau Präsident in der New York Times zitiert werden.

Für Interessierte, die diese Sternstunde der TV Unterhaltung verpasst haben, hier nochmals der Bericht:

PS: Dank an Wern-Air

Donnerstag, November 26, 2009

Im Mittelpunkt des Interesses

Vor zwei Tagen besuchte ich einen Anlass, bei dem eine DVD über verschiedene Sportarten in der Ostschweiz gezeigt wurde. Im Rahmen dieses kurzen Films, wurde auch ein Junioren Fussball Match eingeblendet. Der Goalie sah bei einem Gegentreffer gar nicht gut aus, der Ball rutschte ihm ganz blöd unter dem Körper durch. Prompt rief jemand aus dem Publikum "da isch dä zukünftig Gossau Goalie!". Ein riesen Schenkelklopfer, lauthalses Gelächter in der Runde. Nur mir blieb das Lachen im Hals stecken. Auch den Spruch, ob den ein Gossau Spieler bald die Nachfolge von Thomas Gottschalk bei "Wetten…Dass???" antritt, mag ich schon nicht mehr hören. Ziemlich nervig sind auch die Telefonate, oder die Mails von Kollegen mit der simplen Anfrage "du wa meinsch zum FC Gossau??"
Der FC Gossau Präsident Roland Gnägi muss deshalb wahrlich ein dickes Fell besitzen. Seit Tagen wird er in den regionalen und nationalen Medien herumgereicht wie eine Tüte Chips bei einer Miss Molly Wahl. Eine "Tagesschau" ohne den FC Gossau Präsident ist beinahe wie eine Nachrichtensendung ohne Wetterbericht. Teilweise nimmt die Berichterstattung über den aktuell wohl berühmtesten Verein der Welt :-) allerdings auch äusserst skurille Formen an. Die Gier des sensationslüsternen Publikums muss ja gestillt werden. Da ist es nicht weiter verwunderlich, wenn aufeinmal 12jährige FC Gossau Junioren fundierte Meinung zum "Wettskandal" in TV Mikrofone sprechen sollen. Auch auf den ersten O-Ton der Herrn M.B und D.D warten die Journalisten sehnsüchtig, obwohl dies im Moment kaum realistisch scheint. „D’Mutter vom Mario Bigoni häd gseid, ihre Sohn beantworti im moment kei froge“ mehr bringt auch „Tele Züri“ nicht raus.

Der FC G hat es gar in die New York Times geschafft, dies wäre wohl ansonsten nur möglich gewesen, wenn unsere Stadt Fussball Weltmeister geworden wäre. Ansonsten fristet der lokale Fussballverein in den Blau-Weissen Trikots ja eher ein Schattendasein. Böse Zungen behaupten, wenn ein FC St.Gallen Spieler ein Furz loslässt, erzeugt dies normalerweise ein grösseres mediales Echo, wie ein sportlicher Grosserfolg des FC Gossau.

Ansonsten fällt es im Moment äusserst schwer, das Ganze richtig einschätzen zu können. Man liest und hört viel, aber meistens ja nichts Konkretes. Logisch kommt einem diese oder jene unglückliche Szene der letzten Saison, auf einmal merkwürdig vor. Allerdings war der FC Gossau auch in sportlich erfolgreichen Zeiten, ja nicht unbedingt ein Garant für „Champagner Frühstück“ Fussball. Eine vergebene 100% Torchance oder ein kapitaler Fehler in der Abwehr, konnte auch da immer wieder mal vorkommen. Man sollte jetzt also nicht übertreiben...
Die Gefühlslage ist schon merkwürdig. Man schwankt zwischen „Da wurden wir ja brutal verarscht die letzte Saison..“ bis „hoffentlich folgt da nicht noch mehr...?“
Leid tun einem vor allem der ehemalige Trainer Vlado Nogic und die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter des FC Gossau, falls sich die Vorwürfe tatsächlich bewahrheiten. Natürlich ist auch eine Portion Selbstmitleid angebracht, manchen Ärger und manche Reise hätten wir Fans uns vielleicht ersparen können.

Am Sonntag spielt Gossau sein kapitales Spiel gegen den FC Le Mont. Ein Sieg in Lausanne wäre im Hinblick auf den Klassenerhalt äusserst wichtig. Eine Durchführung dieser Partie macht aus meiner Sicht im Moment wenig Sinn. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die junge Mannschaft sich auf diesen Match konzentrieren kann. Es ist anzunehmen, dass eine Vielzahl Medien an diesem Spiel anwesend sein wird. Bei jedem Fehlpass oder Fehler wird bei den Spielern ein komisches Gefühl hochkommen. Es wäre das Beste, wenn der FC Gossau sich bis zu einer teilweisen oder abschliessend Klärung der Vorfälle vom Ligabetrieb freistellen liesse.

Der ehemalige „Mister Schweiz“ wohnt nun mit seiner Gossauer Freundin in unserer Stadt. Eine Home Story à la „Schweizer Illustrierte“ wurde gleich mal im Lokalteil des St.Galler Tagblatt abgedruckt. Zwei Kinder wollen die beiden glücklich Verliebten irgendwann. Sie lachen viel und Necken sich immer wieder, steht in dem Artikel.
Das sind doch die Dinge, die normalerweise in Gossau für Aufsehen sorgen. Was die zweit „Turteltauben“ in ihrem Liebesnest so alles anstellen, interessiert zwar auch nicht wirklich jemanden, aber immerhin alles ist besser als dieser unsägliche Wettskandal...

Wer seine Gefühle, Wut, oder neuste Neuigkeiten zu Gossauer „Wettgate“ Affäre auf diesem Blog publizieren will. Gerne weiterhin als Kommentar unter dem letzten Blog oder diesem hier..

Donnerstag, November 19, 2009

Ein Fernsehabend

Diese WM Barrage ist schon was fieses. Innerhalb von zwei Spielen entscheidet sich für mehr als hundert Fussballspieler, ob sie im kommenden Sommer ihren Urlaub beim "Marktwert-Steigern" in Südafrika verbringen, oder doch mit der Schwiegermutter beim Karten spielen auf Sardinien.

Rückblick auf einen entspannten und mit einer herben Entäuschung endenden Fernsehabend (gewohnt parteiisch, gewohnt satirisch…)


Algerien : Ägypten

Der Kracher LIVE aus dem Sudan! Die Söhne Kleopatras gegen die ehemalige französische Kolonie im alles entscheidenden Relegationsspiel. Chaotische Bilder auf den Zuschauertribünen, Herrlich! Karin Keller Sutter wäre wohl dem Herzinfarkt nahe, hätte sie das miterleben müssen. Leute, die an Tribünenbrüstungen herunter klettern. Brennende Bengalen und ein besorgter Eurosport Reporter. "Die Stimmung ist doch schon genug aufgeheizt" meint der Fussballsprecher. Der Grund für die Aussage sind sind algerische Spieler, die ihre Landsleute mit Armbewegungen zu noch mehr Enthuisiasmus auffordern.
Das spielerische Niveau ist schwach, die Fans machen diesen Umstand aber mehr alles Wett. Zuschauer die ruhig auf ihren Plätzen sitzen, sind etwa so realistisch wie eine schwulen Parade durch die Strassen von Teheran.
Am Ende trägt Algerien den Sieg davon, und feiert euphorisch die Qualifikation, der Goalie hockt gar mit entblösstem Oberkörper auf der Torstange. Der Eurosport Reporter ist ganz fasziniert "so was sieht man in Afrika auch nicht alle Tage!"
Schade ist, dass diese Fans und diese Spieler in ein paar Monaten in den perfekt abgespielten Ablauf einer FIFA Fussball Weltmeisterschaft ™ gesteckt werden…

Ukraine : Griechenland

Schweinegrippe geplagtes Land gegen Land des spielerischen Elends! Schevtschenko gegen Rehhagels Mauertaktik. Ein Spielsystem das König Otto wohl noch vor dem Bau der Akropolis erfunden hat. Das Stadion ist nicht sehr gut gefüllt, die Ukraine hats übel erwischt mit H1N1. "Die Griechen Fans seien aus Angst vor der Grippe nicht mal angereist, zwei Charterflüge wurden abgesagt", meint der Eurosport Reporter. Eine Torchance in zwei Partien reicht für die Hellenen, die Osteuropäer sind ratlos nach dem überraschenden Führungstreffer der Gäste.
Rehhagel strahlt nach dem Schlusspfiff wie Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe. Schevtschenko sitzt weinend auf dem Rasen von Donezk, ein junger Fan rennt über den Platz und will den Altstar trösten. Vergeblich, ein bulliger Ordner befördert ihn wieder Richtung Tribüne.

Stolz vermelden deutsche Medien am Folgetag, dass ihr Otto Rehhagel mittlerweile auch die griechische Landeshymne auswendig könne. Er darf dies zumindest noch dreimal in Südafrika unter Beweis stellen…Vielleicht mit dem grossen Ziel, den gegnerischen Strafraum nicht in der gleichen Art zu meiden, wie der Papst den Besuch eines Swinger Clubs.

Bosnien Herzegowina : Portugal


Diese Paarung versprach Spannung und fanatische Stimmung im Stadion. Bosnien will mit aller Macht an seine erste WM. Portugisische Spieler sollen bei ihrer Ankunft in Sarajevo gar bespuckt worden sein. Leider war ein gewisser Weltstar aus Portugal verletzungsbedingt abwesend…

Den ganzen Mittag den Bluewin TV Guide durchforscht. 175 Sender aber nirgends kommt dieses verdammte Spiel, "Schöne neue Welt" denkt man, da könnte man sich auch wieder eine Antenne auf das Haus montieren (SF1,SF2, ARD und ZDF war doch früher so einfach und unkompliziert)
Am Abend dann die positive Überraschung, der Match wird auf Kanal 150 "RTP Inernacional" gezeigt. Der Sender liegt schön eingebettet zwischen Kanal 149, wo gerade irgend so ein grosser Vogel über eine galizische Autobahn läuft, und Kanal 151, auf dem eine volkstümliche Tanzveranstaltung aus Osteuropa gezeigt wird. Das Stadion ist natürlich ausverkauft, offiziell 12'500 Einheimische unterstützen ihr Team leidenschaftlich. Die Leute im Gästeblock machen einen leicht eingeschüchterten Eindruck. Befreundete Groundhopper, die am Nachmittag noch bierseelige Kurzmitteilungen aus Sarajevo verschickten, stehen nun auch in diesem Sektor. Sie werden wohl schon aus reinen Sicherheitsgründen auf einen Heimsieg der Bosnier hoffen, denke ich. Nicht, dass die armen Kerle noch mit UN-Blauhelmen getarnt das Stadion verlassen müssen.
Der portugisische Reporter spricht ohne Unterbruch, unser Beni Thurnheer wirkt dagegen wie ein Mönch in einem Schweigekloster. Der verletzte "Zwetschge" Misimovic fehlt bei den Gastgebern an allen Ecken, auch das ein Grund für ein bescheidenes Spiel. Bei den Portugiesen, an und für sich ein sehr symphatisches Volk, laufen auf dem Platz mittlerweile schon viele Spieler rum wie der Ronaldo höchstpersönlich. So ein merkwürdiger Gang, eine Mischung zwischen arroganter Ente und Cowboy mit (zu) engen Hosen.
Die Südeuropäer lassen sich von dem lautstarken Heimpublikum überraschenderweise kaum beeindrucken. Nach dem 1:0 für Portugal ist klar, die Werbeindustrie darf sich freuen. Sie hat ihren kantenlosen, schön frisierten Weltstar am grossen Turnier im nächsten Sommer. Ronaldo macht sich halt schon besser auf einem Armani Plakat, als ein Zlatan Bajramovic…"Vorwärts für dä Sport" sag ich da nur.
Gut war der Weltfussballer von Real Madrid bei diesem Spiel nicht im Kader. Er passt so viel besser in die "playstationartige" Welt einer FIFA WM, als in ein kleines, altes Stadion in Sarajevo, auf einem nicht gerade Wimbledon Center Court Rasen.

Slowenien : Russland


Nur noch Formsache für den grossen Bären aus dem stolzen Russland, dachte man… Tja, falsch Gedacht.
Präsident Medwedev und Chelsea Präsident Abramowitsch schauten betreten aus der Wäsche. Russland verliert vor 12'000 freudentrunkenen Slowenen sein Ticket nach Südafrika. Der russische Kommentator auf Channel 1 (Bluewin TV Sendeplatz 160) ist logischerweise ziemlich depremiert. Um noch ein schlimmes Klischee hervorzuholen, der Mann wird jetzt sicherlich den einen oder anderen Wodka brauchen…Nastrovjie

Zwischen den Qualispielen, mal schauen was sonst noch so läuft im Massen Medium des 21.Jahrhunderts? Das Ostschweizer Regionalfernsehen bringt eine Diskussionsrunde mit dem FC SG Präsident Hüppi, dem Fan Verantwortlichen der Espen Urs "Bömmel" Baumgartner und dem Stadtrat Nino Cozzio. Thema natürlich was sonst in der heutigen Zeit "Gewalt im Stadion"! Was die Fanpolitik anbelangt scheinen die Meinungen von Cozzio und Baumgartner etwa so weit enfernt, wie das Ljudski Stadion in Maribor vom Stade de France in Paris…

Frankreich : Irland


Fussball à la haute cuisine gegen Fussball mit pintgetränkter Irish Pub Mentaliät! Clash of Cultures! Keine Frage wem da die Symphatien gehören. Come on you boys in green!!! Defensiv Zampano Trappatoni, an der Seitenlinie mit reichlich Weihwasser ausgestattet, macht sogar Hoffnung auf eine Sensation. Meine Frau äusserst sich in einem Monolog über das Aussehen des französischem Stürmer Nicolas Anelka. Den 1:0 Führungstreffer der Iren nimmt sich aber trotzdem noch zur Kenntnis, sogar freundenstrahlend. Irgendwie ist mittlerweile Frankreich für viele Schweizer Fussballfans das neue Deutschland. Beni Thurnherr kommentiert die Verlängerung Live auf SF 2, vorher brachte man ja lieber wieder so einen Film Blockbuster. Dafür präsentiert man Herr und Frau Schweizer jedes "Furz" Champions League Spiel, Service Public lässt grüssen...

Der Stadionsprecher im Stade de France, diesem irgendwie seelenlosen Bau in einem Pariser Aussenquartier, ist lauter als das Publikum der französischen Nationalmannschaft. Man denkt ,als Nicht-Franzose, der Grande Nation würde ein Sommerurlaub auf Korsika besser zu Gesicht stehen, als ein Aufenthalt am Kap der guten Hoffnung. Doch es wird nichts mit dem Wateloo für die Nachfahren Napoleons. Der neue französische Handballstar Thierry Henry bugsiert den Fussballweltmeister von 1998 an die WM.
La vie est dure sans confiture…

Das war er der letzte Abend der WM Qualifikation für Südafrika 2010. Sepp Blatter darf sich freuen, erstmals sind alle bisherigen Weltmeister am Start des Turniers.

Fazit: Die Quali Phase fing mit einer Entäuschung an, dem 1:0 der Schweiz gegen das grosse Luxemburg, und endete auch nicht ungbedingt symphatisch mit dem Ausscheiden der Iren.
Da hilft nur noch eine Folge "Stromberg" zum Abschluss des Abends… "Ärger ist wie ein Blumentopf. Von je höher er kommt, desto eher tut er dem weh, der ihn auf dem Kopf kriegt.“

Dienstag, November 17, 2009

Weltmeister Schweiz!

Die Schweizer Fussballnationalmannschaft ist Weltmeister, was vor wenigen Wochen noch genauso realistisch schien wie Zigarettenautomaten in Schulhäusern, ist tatsächlich Tatsache geworden. Eine junge multikulturelle Truppe mit Schweizer Pässen wurde sensationell U-17 Weltmeister. Die Mannschaft wird nun mit Lobeshymen überhäuft, die Superlativen werden gerne bemüht, und Live Reporter Dani Wyler vom Schweizer Fernsehen erlebte in den Schlussminuten des Spiels einen wahrhaft verbalen Orgasmus

Satire zum Titel:
Doch was sagt wohl die Schweizer Fusball und Politik Prominenz zum Titelgewinn? Es folgen fiktive Aussagen, die so niemals getätigt wurden:

Alex Frei: (Fussballstar, Captain Schweizer Nationalmannschaft, Torschützenkönig in Frankreich, Publikumsliebling in Dortmund und Basel): Gratulation an die Buben. Es ist aber noch ein weiter Weg bis 80'000 Zuschauer aufstehen und deinen Namen rufen, wie bei mir in Dortmund. In der A-Nati weht dann ein ganz anderer Wind. Strelli und ich sind ein Traumpaar, und der Schwarze, der Bun Jaku von Fürth der spielt auch ab und zu. Weltmeister, Weltmeister… ich hab im Revierderby zwei Tore gegen Schalke geschossen, 80'000 Leute stehen in Dortmund auf wenn ich ins Stadion laufe, ACHTZIGTAUSEND!!!

Ciraco Sforza: (Weltklasse Spieler, Weltklasse Trainer, Geboren in Wohlen AG)
"Ciraco Sfoza holt Titel für die Schweiz" müsste es eigentlich heissen. Ben Khalifa wude ja von einem gewissen Ciraco Sforza entdeckt. Es ist klar, wenn man einen ehemaligen Weltklassespieler als Trainer hat, dann kann ein junger Spieler stark davon profilieren.
Die werden jetzt alle anrufen bei mir, von Manchester bis Mailand, aber den Jungen gebe ich nur im Doppelpack her."Ciriaco Sforza und Nachwustalent unterschreiben bei Manchester United" bald stehts bei meinen Freunden vom "Blick". Ach ja, GC ist ein super Verein ich bleibe noch viele Jahre oder so, Spendenkonto Nr. findet man auf der Homepage des Vereins oder auf meiner Seite www.championsleaguesiegerunddeutschermeister.ch

Lukas Reinmann (SVP Nationalrat aus Wil SG, und kein Freund von Türmen)
"Trittst im Morgenrot daher, seh ich dich im Strahlenmeer". Ein fantastischer Sieg unseres Landes. Siegrist, Kamber und Buff hatten sicher den grössten Anteil am Erfolg, Wilhelm Tell hätte seine Freude an diesen jungen Eidgenossen, die sich in Afrika mirakulös durch den Dschungel durchkämpften. Klar brauchte man auch einge Leute, die nicht mit Handörgeli und Sennenkäppeli auf die Welt gekommen sind, aber es ist halt wie auf dem Bau "Giovanni scho weiss" , wissen Sie was ich meine? Jetzt bringen wir aber erst einmal diese Anti-Minarett Initiative durch, dann wird die Welt erst recht über unser kleines Land staunen. "Wenn der Alpenfirn sich rötet, Betet freie Schweizer betet"

Joseph S.Blatter (FIFA Präsident auf Lebenszeiten, oder länger…)
Ich bin als FIFA Präsident unparteiisch, aber natürlich freu ich mich. Nachdem ich den Fussball erfunden habe konnte nun endlich eine Mannschaft aus meinem Land die WM gewinnen. Ein bisschen frech waren die Jungen schon, als sie mir bei der Siegerehrung einfach den Pokal aus den Händen rissen. Dabei hätte das doch gute Fotos gegeben, lauter Sieger auf dem Bild. "For the game, for the world", sage ich da jeweils zu meinem Freund Pele.
Vor ein paar Jahren erzählte ich, dass ich erst zurücktrete, wenn die Schweiz Weltmeister wird. Haha guter Witz, war natürlich nicht ernst gemeint. Vorher schliesst sich mein Heimatkanton dem Nachbarland Italien an, bevor ich meinen Stuhl freiwillig räumen. "For the game, for the world" sage ich da jeweils zum meinem Freund Barack Obama.
Es war eine gute WM in Nigeria, fantastische Stimmung, fantastische Fans. Alle Stadien mit Sitzplätzen und diese Tröten sorgen für eine tolle Ambiance, nicht so assoziale Gesänge wie in Europa. In Afrika lieben sich mich, wer ist schon Nelson Mandela? Ich hab dem Kontinent schliesslich den Fussball gebracht "For the game, for the world" sag ich da jeweils zu meinem Freund dem lieben Gott.

PS: Wenn unser Land in Zukunft, nicht nur fussballerisch, so auftritt wie diese Mannschaft in den vergangen Wochen dürfen wir uns auf die kommenden Jahre freuen.

Montag, November 16, 2009

Gästeblog: Im Theater aufm Dorf

Gästeblog von Dani:

Ein guter Arbeitskollege spielt schon lange Zeit in einer Theatergruppe. Daher ist die logische Folgerung, dass man sich irgendwann auch entschliesst, diesem Spektakel einmal beizuwohnen. Andere Kollegen bei der Arbeit haben berichtet, dass es "gut" sei (es findet scheinbar alle 2 Jahre statt). Ja gut, dann lässt man sich mal 2 Karten zur Seite legen und fährt also mal hin, in dieses Andwil (was irgendwie noch genauso ausschaut wie 1993, als man zuletzt hier war (...um Schulkollegen zu besuchen, weil diese - wie es damals so schön hiess - eine sturmfreie Hütte hatten und man sich beruhigt Martini einflössen konnte)). Andwil - oder doch Finsdorf? Naja.
Schon kurze Zeit später sitzt man dann in Reihe 1 der Dorfturnhalle (der Arbeitskollege hat aber tolle Tickets reserviert...) und schaut auf eine schräg nach oben gebaute, orange Bühne. Minuten später verdunkelt sich die Turnhalle und eine Type in Turnschuhen mimt den Robbie Williams. Ein Blick zur Freundin verrät alles: wo sind wir hier bloss gelandet?
Danach startet ein wirklich interessantes Theater - in dem erstmal gar nichts gesprochen wird. Eingelesen wie man ist weiss man, dass die Geschichte von einer Dame und einem Adelshaus mit allem drum und dran handelt. Und das irgendwann irgendjemand umkommt, resp. umkommen soll.
Die Dialoge des Theaters sind in (für uns Schweizer, die wenn dann SF Käse oder deutsche Endlosgeschichten schauen...) gehobener deutscher Sprache, was vom Zuhörer eine gewisse Konzentration abverlangt. Genau das macht es aber für diesenjenigen lohnenswert. Diese Sprache bietet doch noch etwas! Für die Darsteller ist es aber wohl um so schwieriger, müssen sie sich Worte merken, die man im "Leben" nie braucht (erinnert mich an meine Qualen im Französischunterricht...). Herausragend ist die Verkörperung der Hauptdarstellerin. Die Rolle wird absolut überzeugend und mit einer Mimik gespielt, die man im deutschen Privatfernsehen wenn dann vielleicht noch bei Christoph Maria Herbst findet! Auch die restlichen Rollen (für mich natürlich mit Hauptaugenmerk auf den Arbeitskollegen...) verstehen zu gefallen. Vor allem hat die Geschichte aber ziemlich "Fleisch am Knochen" - jedenfalls diskutieren wir auf dem Heimweg noch darüber (wenn bei ich "Anna und die Liebe" zuschalte reflektiere ich das Gesehene kaum bis zu dem Moment, in dem mein Finger die Nr. eines anderen Fernsehkanals komplett durchgedrückt hat).
Überrascht verliessen wir nach Ende und des Stücks (und natürlich einem Feierabendbier mit Schauspielern) dieses "Amateurtheater"! Eine tolle Inszenierung einer guten Geschichte. Schön, wenn man - ahnungslos und "weil man einfach mal hingeht" - durchaus sehenswerte Kultur geboten bekommen kann. Es war, einfach ausgedrückt: Gute Unterhaltung!

Mittwoch, November 11, 2009

Gästeblog: Vater-Sohn Wochenende






Gästeblog von Fabio:

Obwohl die Pleite der Young Boys in Sion sehr bitter war, möchte ich ein paar Zeilen über das 1000 Kilometer lange „Vater-Sohn“-Wochenende schreiben. Am Samstagmittag ging es los von Gossau aus Richtung Bergamo. Während mein Vater im Minutentakt Traubenzucker ass, lass ich in einem Fussballmagazin. Nach vier Stunden und nur gerade ein bisschen Stau bei der Ausfahrt, kamen wir in Bergamo an. Dort trafen wir Tino Sana, ein guter Bekannter von uns, in seinem Lieblingsort, nämlich seinem Museum. Eigentlich ist Tino Sana ein Innenarchitekt. Neben seinem Beruf geht er jedoch fast tagtäglich seinem Hobby nach, wo es hauptsächlich um Holz geht. Daher hat er ein Museum eröffnet, wo verschiedene Berufsarbeiten Mitte 1900 und 2000 präsentiert werden. Natürlich wurde da immer mit Holz gearbeitet. Sei es Waschen, frisieren etc. Er erzählt uns wahnsinnig viel und mit viel Leidenschaft, mein Vater und ich verstanden jedoch das wenigste. Verständlicher war dann seine Veloausstellung. Er hat verschiede Originalvelos von Gimondi, Merckx über Ullrich und Pantani. Gimondi ist einer seiner besten Freunde, von ihm hat er dann auch gegen die 20 Renntrikots aufgehängt. Danach erzählte er uns noch eine witzige Geschichte, als er einmal Toni Rominger nach Hause fahren musste nach einer Tour und der Toni dauernd niesen musste, weil er Heuschnupfen hat. Sein selbstkreiertes Holzvelo schaffte es sogar in die Wertung der acht speziellsten Velos auf der Welt. Neben dem Velo hat er auch verschieden Motorräder ausgestellt, welche unsere Herzen höher schlagen liessen. Zum Abschluss zeigte er uns noch ein Holzflugzeug, wovon es nur zwei auf der Welt hat. Danach gingen wir mit seiner Frau nach Hause, da er noch ein paar Arbeiten erledigen musste, bevor wir dann zum Stadion gingen. Er teilte ihr auch gleich mit, dass sie auch gleich ein Flasche vom guten Wein auftischen soll. Nachdem wir diesen wirklich guten Wein gelobt haben, ging es keine Minute und zwei Flaschen wurden in „Gazzetta dello Sport“-Zeitungspapier eingewickelt. Zudem gaben sie uns noch zwei andere Weine mit und gleich noch einen Riesensalami. Auch einen Champagner stellten sie in die Tüte, jedoch müsse ich diesen wieder abgeben, falls Juve heute gewinnen würde. Neben Wein gab es natürlich noch exzellenten Rohschinken und feinen Käse. Tino Sana ist ein grosser Atalanta-Fan. Mit seiner eigenen Firma sponsert er dem Verein auch einen sechsstelligen Betrag. Über ihn konnten wir auch Karten organisieren, natürlich nur mit einer Kopie von unserer ID. Mit seinem Mercedes und seinem Stiefsohn ging es dann zum Stadion. Wir bekamen dann eine Saisonkarte wo der stolze Preis von 1'125.- Euro aufgedruckt war. Als wir ins Stadion gingen, ging es auch gleich in den Business-Club und dort an den Tisch, wo vier Plätze unter dem Namen Tino Sana reserviert waren. Dort erwartete uns ein feines 4-Gang-Menü, Champagner und Wein. Nach der vierten Flasche Wein hatte Tino Sana schon Angst, dass wir zwei auf den Plätzen einschlafen würden und trotzdem bestellte er zum Kaffee noch einen Cognac für uns. Kurz vor Spielbeginn ging es dann auf unsere Plätze auf der Haupttribüne. Im ausverkauften Atleti Azzurri d’Italia zeigten die Atalanta-Anhänger eine schöne Blätterchoreo. Juve hatte neben ein paar Fackeln noch Knaller dabei und so ergab es dann eine Atmosphäre, wie man es sich in Italien wünscht. Leider verflachte der Support von der Juve-Seite ziemlich rasch. Dennoch wurden immer wieder vereinzelt Fackeln gezündet. Auch bei den Ultras von Atalante wurde Pyro gezündet. Dauersupport konnte man bei Atalanta jedoch nicht sagen, dafür waren sie zwischendurch immer wieder extrem laut. Vor allem bei den Anschlusstreffern 1-2 und 2-3 kam gute Stimmung auf. Schlussendlich gewann Juventus die Partie dann aber 5-2 und zudem wurden Juve auch noch drei Tore aberkannt, wovon zwei regulär waren, so von wegen Mafia ... Zu erwähnen sei vielleicht noch, dass wir in der Halbzeit ebenfalls wieder in den Business Club gingen, dort gab es denn Häppchen, verschiedene Torten und Champagner. Nach dem Spiel ging es dann zurück zu seinem Museum wo wir unser Auto hatten. Eigentlich hatten wir ein Hotel reserviert, waren dann aber zu faul und konnten in Tino’s altem Haus übernachten. Meine Mutter meldete dann aber noch, dass sie das Hotel noch stornieren konnte, da ich es dummerweise erst für das nächste Wochenende reserviert habe. Naja, manchmal lohnt es sich, wenn man ein Vollpfosten ist. Am nächsten Tag um neun Uhr ging es dann zu Tino’s Tochter zum Frühstück. Eine Stunde später machten wir uns dann auf nach Sion. Über den Simplon, wo uns viel Schnee, Minustemperaturen und eine schöne Strecke erwartete, kamen wir dann nach Sion. Da uns noch einige Zeit übrig blieb, gingen wir noch in eine Walliser Stube und assen dort ein Käsefondue. Mein Vater war gedanklich wohl noch in Italien, denn nur so konnte man es sich erklären, dass er die Bestellung auf Italienisch aufgab. Danach ging es ins Tourbillon, wo wir durch drei Standardsituation und eine unorganisierte YB-Verteidigung eine herbe 3-1 Pleite einstecken mussten. Nach drei Stunden und als der Kilometerzähler genau 1'000 km gezählt hatte seit der Abreise am Samstagmittag, kamen wir wieder in Gossau an.