Donnerstag, September 25, 2008

Wochen der Wahrheit und einige unverzichtbare Gedanken

Es ist der FC Seefeld, der FC Gossau reist im Cup also wieder mal nach Zürich. Das vermeintliche leichte Los, wird aber wahrscheinlich ein schwerer Gang werden. Immerhin scheiterte der FC Winterthur in der 1.Cup Hauptrunde gegen den 2.Liga Interregional Verein. Vlado Nogic zeigte sich im Radiointerview am Tag darauf, schon mal wenig begeistert von der Auslosung. Diese fand übrigens im Studio des Schweizer Fernsehen statt, auch Vorstandsmitglieder des FC Gossau waren anwesend. Ihre Reaktion habe ich allerdings nicht gesehen, aufgrund der Tatsache, dass ich nicht unbedingt einen "Rainer Maria Salzgeber Fanclub" aufmachen würde, habe ich die Auslosung im Teletext mitverfolgt.

Jetzt beginnen, also in vielerlei Hinsicht, die Wochen der Wahrheit. Der FC Gossau trifft am Sonntag auf den Abstiegskonkurrenten La Chaux de Fonds. Man ist geneigt von einem 6 Punkte Spiel zu sprechen. Nun ist das Kämpferherz und der Zusammenhalt in der Mannschaft gefragt, die eine sensationelle Saison, wie die Letzte erst ermöglichten.
Eine Woche später geht’s dann am Montag ins Berner Oberland, wird auch eine heikle Aufgabe werden, obwohl TV Spiele liegen den Füstenländer ja (FC Schaffhausen, Etemi, Tore, Fans, oberkörperfrei, Schweizer Fernsehgeschichte :-)).
Danch kommt für die Spieler die "Nati "Pause, gut vielleicht wird Marc Lütolf noch von Hitzfeld berufen, und es wird nichts aus seinem freien Wochenende.

Gedanken:

1)Bei meinem letzten Bericht, habe ich darüber geschrieben, dass der Schweizer Fussballverband nur eine kleine Anzahl Tickets für das Auswärtsspiel in Athen erhalten wird. Ein Kollege hat mich nun angerufen, und gemeint, der SFV komme bei meinem Blog zu gut weg. Seiner Meinung nach (und da muss ich ihm Recht geben), hätte der Fussballverband schon frühzeitig, offensiv über das "Ticket Problem" mit den Griechen informieren müssen. Gerade in den letzten Wochen, hätten nämlich viele Fans den Flug nach Athen gebucht.
Die Frage bleibt allerdings, wie viele Leuten den Flug nach dem respektablen 0:1 gegen den Fussballgiganten Luxemburg, gleich wieder storniert haben.

2) In der Schweizer Politik stehen ebenfalls die Wochen der Wahrheit bevor. Nachdem Ende letzter Woche, der "Black Monday" dem Herz des Finanzminsters nicht so gut bekommen ist, steht nun der Verteidigungsminister im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Gnadenlos wurde sein Rüstungsprogramm bachab geschickt. Dabei hat Bundesrat Samuel Schmid in seiner Rede noch versucht, an die elterlichen Gefühle der Nationalräte zu appelieren. "Ihre Söhne und Töchter profitieren von diesen Investitionen», sagte der Verteidigungsminister mit Blick auf die Beschaffung von 220 geschützten Mannschaftstransportwagen im Wert von 396 Millionen Franken.
Klar Sämmy, so wird es sein. Ich sehe mich schon in 10 Jahren, wie ich mit meiner Tochter über den längst stillgelegten "Waffenplatz Breitfeld" wandere, die ruhige Atmosphäre und die unberührte Natur geniesse, und wie dann meine Tochter sagt: "Danke Papi, dass ihr damals so super Nationalräte gewählt habt, wo würden die kleinen Vögel und Tiere sonst wohnen, wenn nicht diese Mannschaftstransportwagen hier vor sich hinrosten würden, und ihnen eine Bleibe böten."
Trotz der Ablehnung des Rüstungsprogramm ist allerdings zu befürchten, dass später doch noch die eine oder andere Militär Milliarde bewilligt wird. Sobald die SVP nämlich den ungeliebten Sämmy durch einen neuen Verteidigungsminister ersetzt hat.
Doch das Ende der Miliz Armee rückt näher, und auch in der langsamen Schweiz, wird man sich früher oder später von diesem Modell aus einer fernen, fernen sehr fernen Zeit trennen müssen, denn der Russe kommt nicht mehr über den Bodensee, garantiert nicht.

Dazu passend ein Text, über die heutige Rolle der Armee, den ich in einer Zeitschrift gefunden habe:
Tausende Soldaten wurden für den Einsatz an der Euro 08 aufgeboten, weil das VBS und die Armeespitze diesen Anlass nutzen wollten, um sich in der Öffentlichkeit als unverzichtbare Institution darzustellen. Tatsächlich waren dann ein paar Soldaten an der Euro 08 als Hilfskadetten im Einsatz. Der Rest verbrachte die Zeit mit Rumsitzen und Warten, oder eben mit dem, was im VBS Jargon "Teambildungsanlass" heisst: Jassen, Sport treiben oder Ausflüge machen.

3) Ja, er lebt noch und wie. Von vielen längst abgeschrieben, spielte Ex-Nati Goalie Pascal Zubebühler tatsächlich diese Woche im Liga Pokal sein erstes Pflichtspiel für seinen neuen Verein FC Fulham. Leider ging es ungut aus….und der FC Burnley schoss in der 88.Minute den 1:0 Siegtreffer. Dazu eine unverkennbar, Zubi-typsiche Aussage:
"Wir bei Fulham können ja nicht davon ausgehen, dass wir Meister werden. Darum scheisst es mich noch mehr an, dass wir rausgeflogen sind"

4) Und zu guter Letzt, noch ein Blick nach Deutschland. Dort äussern Fankurven, lautstark und mit Transparenten, Kritik und Missfallen an Dietmar Hopp, dem milliardenschweren Mäzen des TSG Hoffenheim. Jetzt ist ein Dortmunder Anhänger allerdings übers Ziel hinaus geschossen und hat Hopps Konterfei im Fadenkreuz mit der Aufschrift "Hasta la vista, Hopp" hochgehalten. Jetzt reagiert man beim DFB und will eine "Lex Hopp" einführen. Die Schmähungen gegen Hopp sollen zukünftig sportgerichtlich verfolgt werden können. Die Bandbreite ist allerdings unklar, werden nur primitive Schmähungen verfolgt, oder gleich mal jede Kritik gegenüber dem Milliardär.
Anfeindungen gegenüber dem Gegner und deren Fans gehören aber zum Fussball, so war es schon immer, und früher noch viel schlimmer. Vielleicht ist sich das der SAP Gründer einfach nicht gewöhnt, diese proletarische Fussballfanwelt, die jetzt auf ihn einbricht.
Früher wurden Spieler wie Lothar Matthäus oder Stefan Effenberg in jedem Auswärtsspiel aufs übelste angefeindet, in der Schweiz galt das gleiche für einen Andy Egli oder einen Kubi Türkiylmaz und heute noch für einen Carlos Varela. Doch gab es je eine "Lex Matthäus" oder eine "Lex Varela"???
Die Fankurven dürfen nicht durch irgendwelche Gesetze mundtot gemacht werden, auch wenn manchmal Leute, wie der Dortmunder Fan, mit ihren Angriffen in die falsche Richtung gehen.

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