Montag, Mai 23, 2011

FC Gossau : FC Zug 94 3:1

("Gebt mir ein H!.....")

1.Liga
Sportplatz Buechenwald
500 Zuschauer

Die Chrüzegg liegt 1'265 m.ü.Meer. Von dort oben hat man einen herrlichen Ausblick auf den Zürichsee und den Bodensee. Rund 180 Teilnehmer des "Kreuzegg Lauf" liefen an diesem sommerlich warmen Frühlingstag die 12 Kilometer den Berg hoch, um diese fantastische Fernsicht zu geniessen. Keuchend und ziemlich ausgelaugt konnte ich in der Höhe noch einige Momente verharren, um danach gleich wieder den Weg nach unten anzutreten.
Dabei dachte ich bis vor einigen Wochen, dass ich an diesem Samstag endlich einmal in Ruhe vor einer Toggenburger Berghütte entspannen kann. Mit einem Bier hätte ich mich von den Strapazen erholt, mit anderen Läufern Erfahrungen ausgetauscht, irgendwann gemütlich den Heimweg angetreten...

Es kam wie so oft anders... Der FC Gossau startete vor einem Monat ein furioses Comeback und erspielte sich an diesem Tag ein finales Spiel gegen den FC Zug. So lief ich um 15.02h über die Ziellinie, um rund 110 Minuten später auf der Tribüne beim Buechenwald Sportplatz zu stehen. Sehr erfreut nahm ich den 2:0 Vorsprung der Gastgeber zur Kenntnis. Die Nervosität gewisser Leute liess mich aber vermuten, dass hier noch niemand den "Appenzeller Alpenbitter" kalt gestellt hatte. Es mussten also nochmals 45.Minuten 1.Liga Existenzkampf erdultet werden, befürchtete ich. Doch diese Angst war unbegründet. Die Fürstenländer spielten absolut souverän. Der Kampf gegen den Berg war für mich an diesem Tag definitv anstrengender, als die Nervenschlacht in der 2.Halbzeit dieser Partie. Man fragte sich als Anhänger erneut, wieso konnte diese Mannschaft nicht die ganze Saison solch tolle Leistungen abrufen? Man wäre nie in diese unbequeme Lage gekommen. Der Matchbericht auf der Homepage des FC Zug fand für die Darbietung des Heimteams jedenfalls die passenden Worte: "Die St. Galler suchten den Erfolg mit weiten Bällen aus der Abwehr heraus und schnell vorgetragenen Angriffen über die Aussenbahnen. Und weil sie mit Herzblut um jeden Zentimeter des Rasens kämpften, lachte ihnen das Glück des Tüchtigen".
Selten zuvor gab es eine Mannschaft die zwei so verschiedene Gesichter zeigte, wie der FC Gossau in der Saison 2010/11. Ein Unterschied, wie John Lennon und Dieter Bohlen, wie Alex Frei und die Schweizer "Nati", wie Christoph Mörgeli und ein Juso Delegierter, wie YB und ein Titelgewinn. Eine Übernahme von Neuchatel Xamax durch einen tschetschenischen Oligarchen schien vor Monaten um einiges realistischer, als der Klassenerhalt durch die Fürstenländer.

Als der Schiedsrichter nach einigen Minuten Nachspielzeit die Partie beendete, bejubelten die Zuschauer den ungefährdeten 3:1 Sieg. Natürlich feierten auch die Spieler, ausgelassen, emotional und euphorisch. Bis einige Spieltage vor Schluss hätte man dieser Mannschaft nicht einmal beim Sommerurlaub mit einem schwedischen Damen-Volleyballteam einen Gefühlsausbruch zugetraut. Roli "Gerland" Näf und Jan Berger haben diese Mannschaft wachgerüttelt. Gerne hätte man die beiden auch in der nächsten Saison an der Seitenlinie gesehen. Der Vorstand hat allerdings andere Pläne, es bleibt zu hoffen, dass mit dem neuen Trainer trotzdem endlich die erhoffte Kontinuität in den Verein kommt. Diese Saison mussten die Anhänger die dritte desaströse Spielzeit hintereinander über sich ergehen lassen. Trotz geglücktem Ligaerhalt muss ganz klar betont werden, dass diese 1.Liga Meisterschaft aus Gossauer Sicht eine herbe Entäuschung darstellte. Einige Spieler werden den Verein nun verlassen. In Anbetracht dieser Tatsache bricht man nicht gerade in Tränen aus. Andere Leute wie z.b. Zürcher, Grämiger, Güntensperger, Todisco und Oertig sollten hingegen gehalten werden. Das alles dann aber wieder in der neuen Saison.

Nach dem Spiel gegen Zug feierte die ganze Mannschaft mit den Fans vor dem Clubheim. Eine "Humba" wurde inszeniert, Zigarren geraucht, Gesichter ohne Schnäuze begutachtet und von langjährigen Vereinsmitgliedern wurden die üblichen Geschichten aus alten Tagen erzählt.

Mittwoch, Mai 18, 2011

Dramatik + Spannung Pur in Gossau

Pokalendspiel in Berlin! Titelduell und Abstiegskampf in der Schweiz! Dieses Wochenende belastet das Nervenkostüm vieler Fussballfans.

Dramatik und Spannung gibt es auch in Gossau. Unsere wiedererstarkte erste Mannschaft benötigt einen Sieg um den Abstieg zu verhindern. Mit engagierten und kämpferischen Auftritten hat sich das Team diese "Letzte Chance" erarbeitet. Die Mannschaft braucht in dieser finalen Partie die Unterstützung des gesamten Vereins und aller Anhänger der Blau-Weissen.

Unser FC Gossau soll in der 1.Liga bleiben. Eine starke erste Mannschaft stellt das Fundament für die Zukunft des FC Gossau.

Ob Gross, ob Klein, ob Junior oder Trainer, ob Fan oder Sympathisant…

"Chömed alli zum Sportplatz Buechewald"

FC Gossau - Zug 94
Sportanlage Buechenwald
Samstag, 21. Mai 2011 16.00 Uhr

HOPP GOSSAU

Donnerstag, Mai 12, 2011

FC Gossau : SC Cham 3:2

1.Liga
Stadion Buechenwald
200 Zuschauer

Wer hätte das gedacht? Die Natur in Mitteleuropa freut sich Mitte Mai auf ausgiebige Regenschauer. Wer hätte das gedacht? Die Schweiz schaffte den Einzug ins Finale des Concours d'Eurovision. Wer hätte sich das erträumen lassen? Bundesrat Ueli Maurer hält im Sommer die Festtagsrede zum "Walter Zoo" Jubiläum.

All diese Dinge würde man vielleicht in den verrücktesten Fantasien für möglich halten. Jedoch wäre jeder Mensch als hoffnungsloser Spinner hingestellt worden, wenn er auf ein Comeback des FC Gossau im Abstiegskampf gewettet hätte.

Noch vor zwei Wochen präsentierte sich ein emotionsloser Haufen wechselwilliger Spieler auf dem Buchenwald Sportplatz. Kraftlos, willenlos und dem eigenen Schicksal gleichgültig ergeben kassierten sie Kanterniederlage auf Kanterniederlage. Die Wörter "Debakel," "Chancenlos" und "Absteiger" kamen in beinahe jedem Spielbericht über die Fürstenländer Kicker vor. Und nun die überraschende Wende…

Völlig überraschend fuhren die Gossauer mit drei Punkten im Gepäck zurück vom Auswärtsspiel in Mendrisio. Auf einmal ist der Ligaerhalt wieder möglich, wenn auch nur theoretisch. Die Skeptiker interpretierten den Sieg nur als erneutes Strohfeuer, der eigentlich talentierten Blau-Weissen "Tschütteler". Solche lichte Momente hatte diese Mannschaft bekanntlich einige Male in dieser ansonsten desaströsen Saison. Doch es scheint kein kurzes Aufflackern gewesen zu sein. Der FC Gossau zeigte auch beim Heimspiel gegen den SC Cham eine überzeugende Leistung.

Der neue Trainer Roli "Gerland" Näf trifft wohl den richtigen Ton. Die Mannschaft wirkt gefestigter und vor allem kämpferisch überzeugend. Ein Spieler wie Tastemel präsentiert sich geradezu wie verwandelt. Freude bereitet auch der junge Simani im Mittelfeld. Das Gossauer Eigengewächs zeigte gegen die Innerschweizer ein tolles Spiel. Stürmer Silvan Eggmann ist im Moment der erhoffte Torgarant. Adi Züricher, der als einziges Teammitglied (fast) die ganze Saison überzeugte, hielt in überragender Manier einen Elfmeter.

Die Truppe schaffe es gar, seit langem wieder so etwas wie Emotionen auf der Tribüne auszulösen. In letzter Zeit herrschte auf dem Sportplatz ansonsten ein Geräuschpegel, wie beim Ja-Wort von William und Kate im Westminster Abbey. Die letzten Minuten wurde mit der Mannschaft mitgezittert, ob es beim knappen 3:2 bleiben würde. Der Schiedsrichter liess lange nachspielen, zum Ärger aller Beteiligten. Die Spieler wollten den Sieg, die Zuschauer wollten nach Hause, weil ein Gewitter im Anmarsch war, und die Chamer Spieler mussten auf den Zug. Nicht nur durch Wahl des Fortbewegungsmittel hinterliessen die Gäste einen symphatischen Eindruck. Das Team des Ex-FSV Mainz Profi Sven Christ musste zwar in Gossau die lezten vagen Hoffungen auf die Aufstiegs Playoffs begraben, trotzdem blieben sie zu jeder Zeit fair.

Nun muss der FC G aus den letzten beiden Partien vier Punkte holen um den Ligarerhalt doch noch zu schaffen. Es gibt durchaus Stimmen aus dem Umfeld, die einen Abstieg in die 2.Liga Interregional begrüssen würden. Der Eindruck ist insgesamt gespalten. Vielleicht wie wenn man Sommeferien in einem schönen Hotel bucht, auch wenn im letzten Jahr nur schlechtes Wetter war. Der Rahmenbedinungen waren zwar gut (1.Liga), aber es nützt nichts, wenn das Wichtigste eine reine Enttäuschung (Mannschaft) ist.

Allgemein zur Situation des FC Gossau: Sollte es tatsächlich reichen, oder auch nicht. Eins ist klar, es muss ein klarer Schnitt gemacht werden. Diejenigen Spieler, die eine Söldner Mentalität besitzen, wie ein afrikanischer Profi bei einem ukrainischen 2.Liga Verein müssen endgültig verschwinden. Diese Leute sind pures Gift für eine Mannschaft. Junge Eigengewächse, Leute die sich mit dem FC Gossau identifizieren, und vielleicht ein paar ältere Spieler, die schon mal bei den Blau-Weissen spielten. So sollte das Fanionteam der Fürstenländer im nächsten Jahr aussehen.
Der Gesamtverein muss als Einheit gegenüber aussen auftreten. Das Image in der Bevölkerung ist im Moment nicht gerade toll, da könnte man die ganze Saison mit dem Zug an Auswärtsspiele fahren, die Sympathiewerte wären immer noch bescheiden…

Montag, April 18, 2011

FC Tägerwilen : FC Winkeln 1:2

2.Liga Regional

Tägermoos

120 Zuschauer


Die Popgruppe Lovebugs gastiert als Stargast beim diesjährigen Grümpelturnier in Tägerwilen. Festzeltmusik, schwabelnde Bierbäuche in engen Fussballtrikots mit Sanitär-Firmen Aufdruck. Dazu spätpubertierende Schönheiten, die den Frontsänger der Basler Musikband anhimmeln. Mitte Juni ist es soweit, nach Stefanie Heinzmann und Seven in den letzten beiden Jahren, rocken nun die Lokal-Radio Lieblinge vom Rheinknie das Thurgauer Dorf. Dieser Termin ist in jedem Tägerwiler Jahreskalender Rot, ja wohl sogar dunkelrot angestrichen. Vorher gaben aber noch die Fussballer aus Winkeln ihr Gastspiel im Tägermoos.


Das Tägermoos besitzt einen besonderen Status. Das Gebiet gehört zwar staatsrechtlich zur Schweiz, allerdings übt die deutsche Stadt Konstanz seit dem Staatsvertrag von 1831 bestimmte verwaltungsrechtliche Aufgaben aus. Ob sich der technisch versierte Gästespieler Remo Heusi von dieser geschichtsträchtigen Tatsache ablenken lies? Der Offensiv-Akteuer beförderte den Ball aus idealer Position über das Tor der Tägerwiler. Besser machte es Jungspund Marc Grünenfelder, der vom ehemaligen Partner der ehemaligen Miss Schweiz geschickt lanciert wurde, und das Leder im Gehäuse der Thurgauer versenkte. Da die "Most-Indier" bis zu diesem Zeitpunkt eher blass blieben, wurde im Publikum eifrig über andere Aspekte des Lebens diskutiert. Zwei Rentner echauffierten sich, dass sie beim Besuch des Spiels YB-Basel beinahe am Rauch der pyrotechnischen Fan-Utensilien erstickt wären. Derlei infernalen Rabauk müssen die Dorfbewohner beim Auftritt der Soft-Rocker aus selbigem Kanton jedoch kaum erwarten.


Bis zur Pause gestaltete sich die Partie immer ausgeglichener. Die Gebrüder Gort in der Verteidigung wurden nun vermehrt gefordert. Die beiden Kaltbrunner sind läuferisch mit guten Genen ausgestattet. Ihre Eltern bestritten zeitlich parallel zum Match den Halbmarathon in Wien. Die Defensiv Abteilung wurde allerdings je ausseinander gerissen, als der stark aufspielende Marc Hörler kurz vor der Pause verletzt den Platz verlassen musste. Der Siebzehnjährige wurde durch den alten 2.Liga Haudegen Alain Häne ersetzt.

Die Zuschauer genossen noch den herrlichen Ausblick über das Tägermoos, als die Akteure bereits wieder auf dem Platz standen. Das Niveau flachte nun zusehends ab. Der regional, gefürchtete Stum-Blitz Roger Kobler wurde nun vom Trainer Jack Hörler ins Spiel gebracht. Der langjährige Winkeln Spieler musste kurz darauf staunend zusehen, wie die Tägerwiler den herrlichen Ausgleichstreffer erzielten.


Der "Turbo-Zug" fuhr gerade in der Nähe des Sportplatz vorbei, als Häne in der 88.Minute den umjubelten Siegtreffer für die West-St.Galler köpfte. Obwohl der Abwehrrecke tempomässig eher an eine Thurgauer Regionalbahn, als einem Intercity erinnert ist sein Torinstinkt immer noch unnachahmlich.


Der sonntägliche Auftritt der Gründemoos Elf bereitete Freude. Diese junge, engagiert kämpfende Mannschaft hat die besten Tage noch vor sich. Wohl ganz im Gegensatz zu den musizierenden "Liebeskäfern", die im Juni nicht das Hallenstadion in Zürich, sondern das Grümpelturnier in Tägerwilen beehren.

Gästeblog:GC Biaschesi – FC Gossau 5-0


Was wahre Leidenschaft ist, bewiesen zwei Gossau Anhänger die mit dem Zug ins Tessin fuhren, um diese himmeltraurige Mannschaft zu unterstützen. Gästeblog von Günther. GC Biaschesi – FC Gossau / 5-0 / Al Vallone / 100 Zuschauer /Wie merkst du, dass du einem FC Gossau Spiel beiwohnst? 1. du weisst bereits in der 45. Minute, dass das Heute nichts mehr wird 2. du siehst ungläubig zu, wie ein Spieler bei seiner Auswechslung trotz 0-2 Rückstand gemütlich vom Platz trabt. Und mit gemütlich meine ich wirklich gemütlich!!! 3. obwohl du eigentlich ein echt ruhiger Typ bist, fängst du laut an zu fluchen 4. trotz perfektem Fussballwetter hast du das Gefühl, dass die Spieler gar keine Lust auf Fussball haben 5. du machst dir ständig Gedanken, was du sonst Alles an diesem wunderbaren Tag hättest tun können 6. um dir das Spiel schön zu trinken bräuchtest du mindestens 2 Flaschen Appenzeller 7. selbst dann wäre Angela Merkel noch schöner als dieses Fussballspiel 8. du denkst an die guten Alten Zeiten zurück 9. spätestens in der 70. Minute bemerkst du, dass du ja noch 4 Stunden Heimfahrt vor dir hast und wirst langsam aber sicher ziemlich wütend 10. auf der 4-stündigen Heimfahrt planst du eben doch wieder die nächste Auswärtsfahrt Es gäbe noch viel mehr zu erzählen, begreiflicherweise fehlt mir aber die Lust dazu. Immerhin war es ein wunderbarer Tag im idyllischen Tessin und eine kurzweilige Fahrt. Karl Schmuki schrieb in seinem Bericht „Insgesamt schien es von aussen, dass viele Spieler den Ernst der Situation noch nicht erkannt hätten.“ Ich habe eher das Gefühl, dass es vielen Spielern total egal ist, was mit dem FC Gossau passiert.

Mittwoch, April 13, 2011

Donau Linz Marathon 2011

Harald ist ein leidenschaftlicher Inline-Skater. Im Zug nach Oberösterreich nimmt der symphatische Liechtensteiner neben mir Platz. Rasch stellen wir fest, dass wir das selbe Reiseziel verfolgen. Ebenso wir ich nimmt der Sportler aus dem Ländle an der zehnten Austragung des Linz Marathon teil. Während meine Füsse mich 42,125 km durch die Stadt an der Donau tragen sollen, wird Harald den Halbmarathon auf Rädern absolvieren. Es bleibt bis Linz genug Zeit für einen Erfahrungsaustausch unter begeisterten Sportlern. Als wir Wörgl im Bundesland Tirol passieren erklärt mir Harald, dies sei das Mekka der Inline Skater. Ich erfahre vieles über die Tücken seines Trainingsalltag. Von haarscharfen Sprintduellen mit kläffenden Hunden bis zum Windschatten Fahren bei beleidigten Rennvelofahrern. Die Zeit vergeht und nach gut fünf Stunden erreichen wir die drittgrösste österreichische Stadt. Mein temporärer Reisepartner und ich verabschieden uns, natürlich nicht ohne gegenseitige Glückwünsche für den nächsten Tag.

Nachdem ich mein schönes Hotelzimmer bezogen habe, sitzte ich eine Stunde später bereits mit meinen Startunterlagen entspannt am Ufer der Donau. Hinter mir quasselt die Freundin eines Marathon-Anfängers, ihren Partner in Grund und Boden. Der Arme tut mir leid, er wird froh sein, dass er Morgen einige Stunden alleine unterwegs ist. Ein paar Meter entfernt hocken ein paar Obdachlose und trinken billigen Fusel, während die Sportler an der Marathonmesse Pasta- Party feiern und ihren Kohlenhydrat Speicher aufladen. Ein Unterschied wie Bengasi und Blüemlisalp. Ich verzichte auf das hektische Nudel-Fest und geniesse ein feines Abendessen in einem schmucken Spezialitäten Restaurant. Gemütlich sitze ich in dem kleinen Lokal und geniesse Teigwaren aus dem Veneto und ein Glas Rotwein aus dem Veneto. Um halb zehn liege ich bereits gemütlich in meinem Bett und schlafe erstaunlich ruhig und tief. Am Morgen erwache ich pünktlich um 06.00. Ein ebenfalls laufbegeisterter Kollege wünscht mir um diese Uhzreit bereits per Kurzmitteilung viel Erfolg.

Ideale Bedinungen für den Marathon wurden vorausgesagt. Dementsprechend euphorisch stimmt der Speaker die Teilnehmer auf dieses Laufereignis ein. Die Temperaturen bewegen sich um die 10 Grad, besseres Laufwetter gibt es nicht. Die Sonne scheint, einzig die angekündigte Bise bereitet mir ein wenig Sorgen. Durch die Boxen dröhnt der eigens für die Veranstaltung geschriebene Marathon Song "Ich geh jetzt zur Linie". Gesungen durch eine Musikgruppe mit dem merkwürdig anmutenden Namen "Superfeucht".

Ich fühle mich in Topform, alles verlief bis hierhin nach Plan. Der ganze Lauffrühling ein durchgehendes Erfolgserlebnis. Meine Gedanken gehen wenige Minuten vor dem Start nochmals zurück. Ende Februar der dritte Platz beim Halbmarathon in Götighofen. Anfang März der Sieg beim 32 Kilometer Lauf in Bregenz. Vor zwei Wochen meine neue persönliche Bestzeit beim Halbmarathon in Oberriet mit 1h 16min 29 Sek.

Die Faszination Marathon macht aber auch aus, dass nicht alles planbar ist. Da kann das Selbstvertrauen noch so gross sein, die Vorbereitung noch so ideal. Während mehr als 42 Kilometer kann vieles passieren. Beschwerden in den Knien, Hungerast, zu wenig Flüssigkeit, der Kopf will nicht mehr, oder auch schwierige klimatische Einflüsse, die zu Schaffen machen. Die Kunst liegt darin, alle negativen Gedanken zu verdrängen und sich völlig auf die bevorstehende Aufgabe zu fokussieren. Ein Einklang zwischen Körper, Geist und Laufschuhen sozusagen.

Mein Trainigspartner, ein erfahrener und ambitionierter Läufer, gab mir den Tipp auf einen 5 Kilometer Schnitt von 19min 30 Sek zu laufen. Meine Uhr ist so programmiert, dass mir jeweils diese Zwischenzeiten angezeigt werden. Zudem überprüfe ich laufend meine Geschwindigkeit. Die Strecke ist flach und vorallem die Passagen in der Linzer Innenstadt sind sehr schön. Die vielen Zuschauer feuern die Läufer begeistert an. Den ersten Teil des Marathons absolviere ich in 1h 21min, alles läuft nach Plan. Etwa 15 Kilometer vor dem Ziel werden meine Kilometer Zeiten einige Sekunden langsamer. Das sind die schwierigen Phasen während eines Marathons. Ein Kampf, Ein Leiden, der Kopf sagt, da geht noch was, doch die Beine können nicht mehr schneller. Bei der Mehrzahl meiner 15 Läufen über die 42,125km kamen diese Momente, das ist normal. Manchmal intensiver, manchmal weniger.

Die Strecke führt jetzt durch Vororte. Die mittlerweile starke Bise macht hier mehr zu Schaffen, als in den Häuserschluchten der Innenstadt. Die Einteilung der Strecke in Fixpunkte erleichtern mir die letzten Kilometer. Nur noch 10, noch 5, noch 3 Kilometer... Ich blicke auf die Kirchenuhr und sehe, dass es für eine Zeit unter 2h 50min reichen müsste. Diese Tatsache gibt mir nochmals Aufwind. Die letzten Kräfte werden mobilisiert und ich renne über das Kopfsteinpflaster der Linzer Altstadt ins Ziel. 2h 47min 48 Sekunden, Persönliche Bestzeit, Rang 28, 8 Platz in der Alterskategorie M30.

Erleichtert geniesse ich im Ziel eine Massage. Ich gehe gedanklich nochmals das Rennen durch. Es war ein gutes aber kein perfektes Rennen, was mich darin bestärkt, dass ich noch schneller laufen kann. Die Lehren aus dem Marathon werde ich Ende Oktober in Frankfurt hoffentlich in einen erneuten Leistungsschub ummünzen können.

Am Bahnhof treffe ich zufällig wieder auf Harald. Er erreichte eine Top Platzierung bei den Inline Skatern. Wir erzählen uns von unseren Eindrücken, und nach einer kurzweiligen Fahrt ist der Linz Marathon 2011 bereits wieder Geschichte.

weitere Bilder und noch ein Bericht

Dienstag, April 12, 2011

FC Gossau : FC Baden 0:5

1.Liga Buechenwald Stadion 300 Zuschauer Ich war ausser Landes, übrigens nicht geflüchtet, auch wenn das auf der Hand liegen würde, bei den miesen Resultaten des favorisierten Fussballvereins. Obwohl ich diesem Spiel nicht beiwohnen durfte gibt es etwas zu schreiben. Nicht über das Resultat das ja scheinbar zu hoch ausfiel. Nur interessiert diese Tatsache im Abstiegskampf einen feuchten Kehrricht. Jedenfalls musste in der Folge Trainer Olaf Sager den Hut nehmen. Dem symphatischen Coach möchte ich auf diesem Weg für seinen Einsatz danken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er den sportlichen Niedergang zu verantworten hat. Das Problem scheint wiederum die Mannschaft zu sein, die sich nicht als Einheit auf dem Platz präsentiert. Nun dürfen sich Jan Berger und Roli "Gerland" Näf probieren. Ihnen beiden wünsche ich nur das Beste im Saisonfinale. Sollten sie diese Truppe vor dem Abstieg retten, würde ich es mit den Worten des ehemaligen Frankfurt Stürmers Jan-Aage Fjortoft sagen und einfach den Vornamen austauschen: "Jörg Berger ist so ein guter Trainer, der hätte auch die Titanic gerettet". Der leider verstorbene Ex-Bundesliga Coach Jörg Berger rettete die Eintracht 1999 vor dem fast sicher stehenden Abstieg. Hoffentlich steht der Nachname für Glück und Können im Abstiegskampf.