2.Liga Regional
Sportplatz Kett
130 Zuschauer
Ostermontag 11.00, nicht gerade die übliche Anspielzeit für ein Fussballspiel. Beim FC Sirnach hat diese ungewöhnliche Ansetzung allerdings Tradition. Auf dem Sportplatz Kett werden die Heimspiele bevorzugt am Tag des Herrn, exakt eine Stunde vor dem Mittag angepiffen. Ob da wohl im Thurgauer Dorf zwischen Kirchgemeinde und Fussballclub um die Gunst der Gäste gebuhlt wird, sozusagen ein Zweikampf zwischen Jesus und Sirnach "Star" Ralph Bühler?
Die einigermassen zufriedenstellende Anzahl von 130 Zuschauer, bewies jedenfalls, dass wohl die Osterhasensuche bei den Meisten beendet war, und andererseits, dass der FC Winkeln auf eine stattliche Anzahl Auswärtsfahrer zählen kann. Darunter wie immer, Päddy und Urs mit schwarz-weissem Fanschal ausgestattet, nahe an der Bande stehend, immer schön in Hörweite des Schiedsrichters und der Trainerbank. David, der weltreisende Groundhopper aus St.Gallen war auch wieder einmal unter den Gästefans zu finden. Sein Motto, nach Reisen durch Asien, Australien und Südamerika, bleibt im regionalen Schweizer Fussball immer noch das selbe " ich hol emol drü bier, defür zahl ich kein Itritt".
Ostreier mit Cognac oder Williams drin, oder mindestens eins der drei Biere von David, hätte man auch für die erste Halbzeit gebraucht. Einige der Spieler befanden sich höchstwahrscheinlich gedanklich noch bei der Osterbotschaft des Papstes oder beim partnerschaftlichen Ostereiersuchen, das spielerische Niveau war selbst für diese Liga bedenklich. Auf Seiten der Winkler vermochte einzig, der junge und talentierte Marc Grünenfelder für Kreativität im Offensivbereich zu sorgen. Es war dementsprechend auch nicht sehr verwunderlich, dass sich die Gäste mit einem 0:1 Rückstand zum Halbzeittee begaben. Der Treffer der Sirnacher fiel übrigens symtomatisch für diese Partie nach einer Standardstiuation.
Zur Pause reagierte Winkeln Trainer Jack Hörler und brachte mit Alain Häne und Roger Kobler zwei Routiniers aufs Feld. Beide sassen die ersten 45 Minuten auf der harten Ersatzbank, einem völlig ungewohnten Platz für die Hinterteile der langjährigen Winkler Stammspieler. Alain Häne zeigte in der Vowoche gegen den FC Schmerikon eine schwache Vorstellung, er hätte sich dazumals leistungstechnisch gut und gerne zu den Herren Demichelis, Breno, Oddo und Lell gesellen können. Nur sah der grossgewachsene Winkler gegen die Stürmer des FC Schmerikon alt aus, und nicht gegen Henry, Messi und Et'o. Häne schritt demenstprechend sehr entschlossen aufs Feld und die Gästeanhänger wussten, der Mann will heute wieder etwas gut machen. Angreifer Roger Kobler wurde schon während der ersten Halbzeit vehemment von einigen Zuschauern gefordert, da er aber nach überstandener Blindarm Operation noch nicht ganz Fit ist, wäre ein Einsatz über 90 Minuten wohl noch zu Früh gekommen.
Es waren dann auch erst 12 Minuten in der zweiten Halbzeit gespielt, als sich Häne den Ball zum Freistoss bereit legte, und er das runde Leder gekonnt in eine Ecke des Sirnach Tores versenkte. Man konnte als Symphatisant der Schwarz/Weissen nur hoffen, dass sich der Torschütze bei seinem emotionalen Jubel nicht zu sehr verausgabte, um später gegen die Sirnacher Stürmer wiederum das Nachsehen zu haben.
In der Folge wäre es dann die perfekte österliche Auferstehung gewesen, hätte einige Minuten später Roger Kobler das leere Tor nicht verfehlt. Danach blieben die Winkler zwar überlegen konnten den Siegestreffer allerdings nicht erzielen, obwohl sie einige guten Tormöglichkeiten besassen. Ob dies an zuviel Genuss von Osterhasen oder Festbier lag, die St.Galler vermochten in den letzten Minuten jedenfalls nicht mehr nachzusetzen. Unter den Zuschauern herrschte die Meinung vor, dass man mit ein wenig mehr Spritzigkeit dieses Spiel hätte gewinnen müssen.
So endete die Partie schiedlich, friedlich, österlich Unentschieden. Da war die Stimmung in der Kirche kaum brüderlicher, nur die Sonne hätte einem da nicht ins Gesicht gelacht, und ob David statt einer Hostie, drei Biere hätte bestellen können, bleibt ebenfalls sehr fraglich?
Dienstag, April 14, 2009
Freitag, April 10, 2009
FC La Chaux de Fonds : FC Gossau 3--1
Stade de la Charriere
251 Zuschauer
Köbi arbeitet als LKW Fahrer für einen grossen Lebensmittelhändler, auch in seinem Privatleben sitzt er gerne hinter dem Steuer. Früher kurvte er uns oft in der Weltgeschichte umher, von Party zu Party, oder auch von Fussballstadion zu Fussballstadion. Mit seinem beigen VW fuhren wir unzählige Male den Weg München retour. Köbi war immer ein guter Chaffeur, er hatte es allerdings nicht so gerne wenn man hinten im Auto rauchte (die blöden Brandflecken auf den schönen Sitzen), oder wenn zwischen der bayrischen Hauptstadt und der Ostschweiz (zwecks Bier loswerden) etwa 25 Pinkelstopps eingelegt werden mussten.
Als wir uns entschlossen mit dem Kleinbus nach La Chaux de Fonds zu fahren, war mir schnell klar, es kann nur einen Driver geben, nämlich Köbi.
Mittlerweile kosten die Zigaretten nicht mehr CHF 3.60, deshalb musste Köbi sich bei der Nichtraucher Besatzung im "Büsli" auch keine Sorgen um die gute Luft machen. Dafür wurde die Fahrt gesanglich und schreiend von einem sehr, sehr motivierten Gossau Fan untermalt, der sich wohl von den anderen Mitfahrern auf Klagen Betreff "Verursachung von Tinitus" gefasst machen kann. So erreichten wir halb taub nach vier Stunden Fahrt endlich La Chaux de Fonds. Dort trafen wir dann auf etwas, dass wir eigentlich die nächsten Monate nicht wieder zu Gesicht kriegen wollten. Nämlich Schnee, die Neuenburger Stadt liegt mit 992 Meter über Meer ziemlich hoch. Die Partie gegen den FC Gossau, war dann auch das erste Spiel überhaupt, dass dieses Jahr in La Chaux de Fonds ausgetragen werden konnte. Bis anhin mussten die Blau-Gelben immer nach Colombier oder nach Neuenburg ausweichen. Der Umstand des ersten echten Heimspiel im Jahr 2009 vermochte allerdings nicht die grossen Massen anzulocken. 251 Zuschauer verirrten sich im weiten Rund des altehrwürdigen Stade de la Charriere. Zum Vergleich, der ortsansässige Hockeyclub durfte zum letzten Aufstiegsspiel in die NLA ,vor einigen Tagen, 6287 Fans begrüssen. So war es nicht weiter verwunderlich, dass die siebenköpfige Gossau~fen Busbesatzung im Stadion ziemlich auffiel. Das Atalante Bergamo Trikot eines Mitfahrenden, brachte den "Wurstbrötler" sogar sowas von in Verzückung, dass der Gossauer seine Bestellung kostenlos entgegennehmen durfte. Das Angebot eines Tausches FC La Chaux de Fonds Trainerjacke gegen Atalanta Trikot lehnte er allerdings dankend ab.
An diesem Tag waren wir alle wieder mal guter Hoffung, dass nun die grosse Wende kommen würde. Die ersten Minuten sah es auch ganz danach aus, Ljubisa Strbac traf den Pfosten und wenig später scheiterten die Gossauer auch noch mit einem Lattentreffer. In der Folge gaben die Fürstenländer das Zepter aber merkwürdigerweise aus der Hand, und durften froh sein mit einem 0:0 in die Pause zu kommen. In der 55 Minute folgte dann das 1:0 für das Heimteam, als in der 74 Minute auch noch das 2:0 fiel, war das Ganze dann eigentlich gegessen. Zwar kamen die Gäste durch einen äusserst fragwürdigen Penalty noch zum 2:1, doch kurze Zeit später stellten die Neuenburger den alten zwei Tore Vorsprung wieder her.
Langsam kommt bei mir die Gewissheit, dass wohl der Gang in die 1.Liga kaum zu vermeiden sein wird. In der Offensive ist der FC Gossau einfach total harmlos, da könnte Pamela Anderson mit Michael Jackson ins Bett steigen, da wäre mehr los.
Dementsprechend frustiert machten wir uns danach auf den Rückweg Richtung Gossau. Für Erheiterung sorgten nur noch die gesanglichen Einlagen unseres schreienden Mitfahrers, dessen Stimmbänder auch nach 4 Stunden Hinfahrt und 90 Minuten Singen erstaunlicherweise immer noch voll einsatzfähig waren.
Köbi fuhr uns gewohnt routiniert Richtung Gossau zurück, wie früher, wenns von einem Eurpapokal oder Bundesliga Spiel in die Schweiz heim ging. Der Kreis schloss sich endgültig, als wir an einer Raststätte auch noch auf den FC Bayern München Mannschaftsbus trafen. Natürlich flogen die geläuterten Spieler zurück, allerdings fahren Angestellte des Vereins den Car immer zu den Auswärtsspielen. Ökologisch sehr fragwürdiger Zweck dieser Sache ist, dass die Spieler auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel, und danach zum Stadion, in ihren gewohten Luxus Car steigen können. Hat ja auch was gebracht, wenn man das Spiel in Barcelona als Beispiel heran zieht.
Einige unserer Mitfahrer hielten es für nötig den Car auch noch von Nahem zu begutachten. Dies passte dem Carfahrer allerdings gar nicht und er meinte wütend "Macht das ihr vom Bus wegkommst, aber ganz schnell." Die absolute grandiose Reaktion unserers Kollegen "Kannst ja den Ribery holen".
So gab es dann an diesem traurigen Tag, an dem wohl das Kapitel NLB für den FC Gossau vorerst beendet scheint, doch noch einem amüsanten Abschluss.
Mittwoch, April 08, 2009
Auf nach La Chaux de Fonds

Am Donnerstag also wieder mal ein Spiel der letzten Chance, oder der vorletzten Chance. Jedenfalls wieder ein Endspiel für unsere Jungs in Blau/Weiss. Die Reise geht nach La Chaux de Fonds, immerhin dreimaliger Schweizer Meister, und sechsmaliger Cupsieger. Diese Erfolge fanden allerdings in Zeiten statt, in denen General Guisan noch verehrt wurde und die Schweiz noch nichts ahnte von Facebook, Musicstar und Migros Cumulus Punkten. Aus früheren Zeiten stammt auch das Stadion des FC La Chaux de Fonds. Das Stade de la Charrière gehört zweifelsohne zu den schönsten Fussballstätten der Schweiz. Es fasst 12'700 Zuschauer und wir hoffen sehr, dass es Darko und Co. zurück in die Erfolgsspur bringen wird.
PS: die Erinnerungen an diese Stadt reichen bei mir bis in die frühste Jugend zurück. Als der Verein Mitte der Achtziger Jahre noch in der NLA mitkickte, war die Mannschaft auch im Panini Sammelalbum vertreten. Damals sprachen aber die meisten Kinder in Gossau mit breitem Ostschweizer Dialekt vom FC La Chauts de Fonts und nicht vom FC La Schotfo
Montag, April 06, 2009
Concordia Basel:FC Gossau
NLB
Stadion Rankhof
500 Zuschauer
Wir steigen niemals ab-Tour (Teil II)
Es hätte so schön werden können…diese super Leute im Gästeblock, diese fantastische optische wie stimmliche Unterstützung für unsere Mannschaft, dieser Ausgleichstreffer durch Tomislav Misura, aber eben am Schluss fuhr man mit Zero Punkten nach Hause. wieder mal….
Es fällt mir übraus schwer erneut über eine Niederlage schreiben zu müssen. Schreibblockade nennt man das wohl, nach der 14.Saisonniederlage auch irgendwie verständlich. Sollte einer der Beteiligten trotzdem Lust verspüren, das Erlebte auf Papier zu bringen rsp. in einen Computer zu töggelen, oder sich an eine Schreibmaschine zu setzen, kann er mir das Ergebnis davon gerne zusenden.
Ich hoffe sehnlichst, dass ich nächsten Donnerstag nach dem Spiel in La Chaux de Fonds, von der Schreibwut gepackt werde.
PS: nochmals ein Dank an alle FC G Supporter vom Spiel in Basel. Da waren einige Überraschungen dabei :-)
Stadion Rankhof
500 Zuschauer
Wir steigen niemals ab-Tour (Teil II)
Es hätte so schön werden können…diese super Leute im Gästeblock, diese fantastische optische wie stimmliche Unterstützung für unsere Mannschaft, dieser Ausgleichstreffer durch Tomislav Misura, aber eben am Schluss fuhr man mit Zero Punkten nach Hause. wieder mal….
Es fällt mir übraus schwer erneut über eine Niederlage schreiben zu müssen. Schreibblockade nennt man das wohl, nach der 14.Saisonniederlage auch irgendwie verständlich. Sollte einer der Beteiligten trotzdem Lust verspüren, das Erlebte auf Papier zu bringen rsp. in einen Computer zu töggelen, oder sich an eine Schreibmaschine zu setzen, kann er mir das Ergebnis davon gerne zusenden.
Ich hoffe sehnlichst, dass ich nächsten Donnerstag nach dem Spiel in La Chaux de Fonds, von der Schreibwut gepackt werde.
PS: nochmals ein Dank an alle FC G Supporter vom Spiel in Basel. Da waren einige Überraschungen dabei :-)
Freitag, April 03, 2009
Auch die Affen bleiben zu Hause
zwei Blogs an einem Tag....eine Seltenheit auf gossau-gedanke.ch. Wenn aber die intelligenteste Zeitung der Schweiz schon extra einen Journalisten nach Gossau schickt, um diese schöne Stadt zu besuchen, sollten diese Eindrücke schon auf diesem Blog wiedergegen werden, denn der Text beschreibt unsere kleinbürgerliche Stadt sehr treffend.
Beim zweiten Blog schreibt Günther über amüsante Begegnungen fernab der Heimat.
WOZ Artikel vom 1.4.2009
von Adrian Riklin
Die Kleinstadt im Westen von St. Gallen ist eigentlich ein grosses Dorf. Bericht von einem Samstagabend in der 17 000-Seelen-Gemeinde, die es mit einem neuen Polizeireglement in die Schlagzeilen gebracht hat.
Es ist wie früher: Kaum steigt man aus dem Zug, riecht es nach Joghurt, manchmal auch ein wenig nach ranziger Butter. Die «Butteri», wie die Butterzentrale genannt wurde, ist zwar verschwunden, ebenso ihre Nachfolgebetriebe Säntis und Swiss Dairy Food. Doch der Geruch ist geblieben. Gossau ist eine Lebensmitteldrehscheibe. An der Industriestrasse, entlang den Geleisen Richtung St. Gallen, reihen sich die Lager der Grossverteiler. Beim Bahnhof reckt sich Gossaus alles überragendes Wahrzeichen in die Höhe: der Betonkoloss der Nafag-Tierfutterfabrik,
Bis etwa 1850 war Gossau ein Bauerndorf. Dann wurde der Ackerbau durch die Milchwirtschaft abgelöst. Die Nähe zu landwirtschaftlichen Gebieten im Appenzellischen und Thurgauischen und die gute Verkehrslage eröffneten dem Dorf neue Perspektiven, besonders nach der grossen Stickereikrise in den zwanziger Jahren, die Elisabeth Gerter im Roman «Die Sticker» beschrieben hat. Ab 1927 war die «Butteri» für viele Jahrzehnte die grösste Arbeitsgeberin im Ort. In den sechziger Jahren legte ein Grossverteiler und Lebensmittelproduzent nach dem andern seine Verteilzentrale zwischen Gossau und dem St. Galler Quartier Winkeln an: zuerst Coop und Migros; ab 1969, mit dem Bau der Autobahn, CCA, Spar, Suttero und Jowa.
Eine Kleinstadt wird umgebaut
Angepriesen wird Gossau als «Erlebnisstadt». In seinem Charakter ist es aber ein grosses Dorf geblieben. 17 300 Menschen leben hier. Im Norden befindet sich der grösste Privatzoo der Schweiz: «Abenteuerland Walter Zoo mit der schweizweit einmaligen Schimpansen-Anlage». Weitere Sehenswürdigkeiten: Schloss Oberberg, Kolumbanshöhle, Motorradmuseum. Ach ja, und seit zwei Jahren spielt der FC in der zweithöchsten Schweizer Liga. Dort spielt jetzt auch der FC St.Gallen - dessen Stadion, die AFG-Arena, steht in Winkeln, fast schon auf Gossauer Boden.
Gossau, das ist kein Ort, aus dem die Schlagzeilen sind. Bis im November 2008 das Stadtparlament ein neues Polizeireglement erliess. Seither steht Gossau SG im Schweizer Repressionsranking vorne. Erbrechen auf öffentlichem Grund: 60 Franken. Kaugummi oder Zigaretten auf Strasse werfen: 60 Franken. Auch Spucken wird mit 60 Franken gebüsst. Das gibts sonst nur in Wallisellen. Überwachung durch Videokameras: abgesegnet. Und: Ab 23 Uhr dürfen Jugendliche nur in Begleitung von Erwachsenen auf die Strasse. Zurzach AG, Kerzers FR und Dänikon ZH lassen grüssen.
Nicht dass Gossau eine überdurchschnittliche Kriminalitätsrate zu verzeichnen hätte. Hoch ist vielmehr der bürgerliche Anteil in Parlament und Regierung. Schon wenige Tage nach Verabschiedung des Reglements durfte Stephan Kramer, Leiter des Amts für Sicherheit, von «positiven Reaktionen auf die neuen Verbote» berichten. Derweil läuft beim Bahnhof, wo früher die «Butteri» stand, das UBS-Überbauungsprojekt «Perron 3». Im Herbst sollen die ersten der 89 schicken Eigentumswohnungen und Gewerberäume bezogen werden. Gesucht sind gut verdienende ZuzügerInnen. Gossaus Einwohnerzahl steigt, viele NeubürgerInnen kommen aus Deutschland, nicht wenige aus dem medizinischen Bereich: Gossau liegt zwischen den Spitälern in St. Gallen, Herisau, Wil und Frauenfeld.
Sauber bis in die Wälder
Die Stadt soll ein neues Gesicht erhalten. Dazu gehört die «Neustadt» beim Bahnhof als urbanes Entwicklungsgebiet. Doch von Urbanität ist an diesem Tag, an dem der Frühling beginnt, wenig zu spüren. Kaum ein Mensch, der durchs Städtchen geht. Keine Kinder, die auf der grossen Wiese spielen. Die wenigen, die durch die Scheiben ihrer verglasten Balkone gucken, schauen skeptisch. Andere nicken mit dem Kopf und murmeln einen Gruss, wie man es in Dörfern zu tun pflegt.
Der Abendspaziergang führt mich in die Poststrasse, die den Bahnhof mit dem alten Kern verbindet. Ich biege rechts ab, den Dorfbach entlang bis zum Backsteingebäude, in dem heute Happy-Betten hergestellt werden. Die Gasse links, und schon hocke ich im «Treff» und trinke ein Stadtbühler Bier. Seit 1858 hat die Familienbrauerei der Konzentration im europäischen Biergeschäft standgehalten.
Auf dem Bildschirm läuft Premiere life, Bundesliga. Sport ist der dominierende Gesprächsstoff. Und das neue Polizeireglement? Peter, der Wirt, findet das Spuckverbot übertrieben. Der Nachbar ist anderer Meinung, berichtet von regelrechten Pfützen beim Bahnhof. Im «City Treff» treffe ich den neunzehnjährigen P. Die polizeiliche Kontrolle sei bis in die Wälder vorgedrungen, sagt der Lehrling, nicht mal dort sei man noch sicher.
Seit diesem Jahr ist in der «Erlebnisstadt» eine Velopatrouille unterwegs, und die kursierenden Securitas-Wächter halten das Funkgerät spruchbereit vor den Mund. Doch das Polizeireglement ist kein Thema in den Kneipen an diesem Abend, auch nicht im «Nelson Pub», wo man sich bei Hardrock vorkommt wie in den späten siebziger Jahren. Oder im portugiesischen Klub, wo das Lissabonner Derby zwischen Sporting und Benfica übertragen wird.
Sieben Minuten
23 Uhr. Ich ziehe wieder Richtung Bahnhof, noch mal durch diesen doch eigentlich gar nicht so unsympathischen Ort, der sich mit strengen Verboten, sauberen Strassen und teuren Wohnungen ein neues Image verpassen will. Vor dem Bahnhof sitzen drei jugendliche Frauen. Sie haben sich schön gemacht. Sieben Minuten dauert die Zugfahrt zum St. Galler Hauptbahnhof. Von dort sinds ein paar Schritte zur angesagtesten Disco der Stadt. Die Strassen von Gossau sind leer an diesem Samstagabend - und sauber. Nur der Joghurtgeruch, der ist noch geblieben.
Beim zweiten Blog schreibt Günther über amüsante Begegnungen fernab der Heimat.
WOZ Artikel vom 1.4.2009
von Adrian Riklin
Die Kleinstadt im Westen von St. Gallen ist eigentlich ein grosses Dorf. Bericht von einem Samstagabend in der 17 000-Seelen-Gemeinde, die es mit einem neuen Polizeireglement in die Schlagzeilen gebracht hat.
Es ist wie früher: Kaum steigt man aus dem Zug, riecht es nach Joghurt, manchmal auch ein wenig nach ranziger Butter. Die «Butteri», wie die Butterzentrale genannt wurde, ist zwar verschwunden, ebenso ihre Nachfolgebetriebe Säntis und Swiss Dairy Food. Doch der Geruch ist geblieben. Gossau ist eine Lebensmitteldrehscheibe. An der Industriestrasse, entlang den Geleisen Richtung St. Gallen, reihen sich die Lager der Grossverteiler. Beim Bahnhof reckt sich Gossaus alles überragendes Wahrzeichen in die Höhe: der Betonkoloss der Nafag-Tierfutterfabrik,
Bis etwa 1850 war Gossau ein Bauerndorf. Dann wurde der Ackerbau durch die Milchwirtschaft abgelöst. Die Nähe zu landwirtschaftlichen Gebieten im Appenzellischen und Thurgauischen und die gute Verkehrslage eröffneten dem Dorf neue Perspektiven, besonders nach der grossen Stickereikrise in den zwanziger Jahren, die Elisabeth Gerter im Roman «Die Sticker» beschrieben hat. Ab 1927 war die «Butteri» für viele Jahrzehnte die grösste Arbeitsgeberin im Ort. In den sechziger Jahren legte ein Grossverteiler und Lebensmittelproduzent nach dem andern seine Verteilzentrale zwischen Gossau und dem St. Galler Quartier Winkeln an: zuerst Coop und Migros; ab 1969, mit dem Bau der Autobahn, CCA, Spar, Suttero und Jowa.
Eine Kleinstadt wird umgebaut
Angepriesen wird Gossau als «Erlebnisstadt». In seinem Charakter ist es aber ein grosses Dorf geblieben. 17 300 Menschen leben hier. Im Norden befindet sich der grösste Privatzoo der Schweiz: «Abenteuerland Walter Zoo mit der schweizweit einmaligen Schimpansen-Anlage». Weitere Sehenswürdigkeiten: Schloss Oberberg, Kolumbanshöhle, Motorradmuseum. Ach ja, und seit zwei Jahren spielt der FC in der zweithöchsten Schweizer Liga. Dort spielt jetzt auch der FC St.Gallen - dessen Stadion, die AFG-Arena, steht in Winkeln, fast schon auf Gossauer Boden.
Gossau, das ist kein Ort, aus dem die Schlagzeilen sind. Bis im November 2008 das Stadtparlament ein neues Polizeireglement erliess. Seither steht Gossau SG im Schweizer Repressionsranking vorne. Erbrechen auf öffentlichem Grund: 60 Franken. Kaugummi oder Zigaretten auf Strasse werfen: 60 Franken. Auch Spucken wird mit 60 Franken gebüsst. Das gibts sonst nur in Wallisellen. Überwachung durch Videokameras: abgesegnet. Und: Ab 23 Uhr dürfen Jugendliche nur in Begleitung von Erwachsenen auf die Strasse. Zurzach AG, Kerzers FR und Dänikon ZH lassen grüssen.
Nicht dass Gossau eine überdurchschnittliche Kriminalitätsrate zu verzeichnen hätte. Hoch ist vielmehr der bürgerliche Anteil in Parlament und Regierung. Schon wenige Tage nach Verabschiedung des Reglements durfte Stephan Kramer, Leiter des Amts für Sicherheit, von «positiven Reaktionen auf die neuen Verbote» berichten. Derweil läuft beim Bahnhof, wo früher die «Butteri» stand, das UBS-Überbauungsprojekt «Perron 3». Im Herbst sollen die ersten der 89 schicken Eigentumswohnungen und Gewerberäume bezogen werden. Gesucht sind gut verdienende ZuzügerInnen. Gossaus Einwohnerzahl steigt, viele NeubürgerInnen kommen aus Deutschland, nicht wenige aus dem medizinischen Bereich: Gossau liegt zwischen den Spitälern in St. Gallen, Herisau, Wil und Frauenfeld.
Sauber bis in die Wälder
Die Stadt soll ein neues Gesicht erhalten. Dazu gehört die «Neustadt» beim Bahnhof als urbanes Entwicklungsgebiet. Doch von Urbanität ist an diesem Tag, an dem der Frühling beginnt, wenig zu spüren. Kaum ein Mensch, der durchs Städtchen geht. Keine Kinder, die auf der grossen Wiese spielen. Die wenigen, die durch die Scheiben ihrer verglasten Balkone gucken, schauen skeptisch. Andere nicken mit dem Kopf und murmeln einen Gruss, wie man es in Dörfern zu tun pflegt.
Der Abendspaziergang führt mich in die Poststrasse, die den Bahnhof mit dem alten Kern verbindet. Ich biege rechts ab, den Dorfbach entlang bis zum Backsteingebäude, in dem heute Happy-Betten hergestellt werden. Die Gasse links, und schon hocke ich im «Treff» und trinke ein Stadtbühler Bier. Seit 1858 hat die Familienbrauerei der Konzentration im europäischen Biergeschäft standgehalten.
Auf dem Bildschirm läuft Premiere life, Bundesliga. Sport ist der dominierende Gesprächsstoff. Und das neue Polizeireglement? Peter, der Wirt, findet das Spuckverbot übertrieben. Der Nachbar ist anderer Meinung, berichtet von regelrechten Pfützen beim Bahnhof. Im «City Treff» treffe ich den neunzehnjährigen P. Die polizeiliche Kontrolle sei bis in die Wälder vorgedrungen, sagt der Lehrling, nicht mal dort sei man noch sicher.
Seit diesem Jahr ist in der «Erlebnisstadt» eine Velopatrouille unterwegs, und die kursierenden Securitas-Wächter halten das Funkgerät spruchbereit vor den Mund. Doch das Polizeireglement ist kein Thema in den Kneipen an diesem Abend, auch nicht im «Nelson Pub», wo man sich bei Hardrock vorkommt wie in den späten siebziger Jahren. Oder im portugiesischen Klub, wo das Lissabonner Derby zwischen Sporting und Benfica übertragen wird.
Sieben Minuten
23 Uhr. Ich ziehe wieder Richtung Bahnhof, noch mal durch diesen doch eigentlich gar nicht so unsympathischen Ort, der sich mit strengen Verboten, sauberen Strassen und teuren Wohnungen ein neues Image verpassen will. Vor dem Bahnhof sitzen drei jugendliche Frauen. Sie haben sich schön gemacht. Sieben Minuten dauert die Zugfahrt zum St. Galler Hauptbahnhof. Von dort sinds ein paar Schritte zur angesagtesten Disco der Stadt. Die Strassen von Gossau sind leer an diesem Samstagabend - und sauber. Nur der Joghurtgeruch, der ist noch geblieben.
Gästeblog II: Republik Moldau : Schweiz 0:2
Gästeblog von Günther:
Günther schreibt höchst amüsant über vermeintlich klauende Kinder, und die verfluchte Zeitumstellung.
„Do langets der in Hosesack, die chline Chind“, wurden wir vor unserer Reise in Richtung Rumänien und Moldova gewarnt. Zusätzlich sollte man auf seine Organe aufpassen. Gespannt fuhren Rohner und ich also morgens um 6 los um via Bergamo nach Bukarest zu kommen. Die Sektion Appenzell durfte ein wenig später los um dann doch früher in Bukarest zu sein. So läuft das halt. Auf der Zugreise nach Mailand traf man dann noch auf den aktuellen Mister Schweiz und seine Freundin (meine ehemalige Schulkollegin). Herr Rohner hatte natürlich die hälfte der Zugreise irgendetwas zu motzen, doch schlussendlich hatte auch er Freude, als wir, dank genügend Zeit, noch kurz den Mailänder Dom mitnehmen konnten. Nachdem wir dann am Flughafen auf Stecki trafen sassen wir auch schon im Flieger. Angekommen in Bukarest liefen wir erstmal an den offiziellen Taxis vorbei um dann von einem legendären Rumänen in seinem noch legendäreren Taxi mitgenommen zu werden. Wie wir später erfuhren standen die anderen stundenlang im Stau, unser Fahrer umfuhr diesen gekonnt und chauffierte uns über Landstrassen und gefährlich ausschauende Quartiere zu unserem Hotel. Immer wieder zeigte er mit dem Zeigefinger an seine Schläfe und meinte „Professor Professor“. Dabei meinte er natürlich nicht, dass er ein Arzt sei, der uns jetzt dann gleich die Nieren entfernt, er war einfach mit seinen Fahrkünsten sehr zufrieden. Nach dem einchecken in diesem riesigen und modernen Hotel trafen wir uns an der Hotelbar und unsere Truppe war komplett. Sogleich ging es ins eigene Hotel-Casino. Als bekannt wurde, dass hier alles Grattis ist, gab es kein Halten mehr. Paradies war hierfür nur der Vorname. Der nächste Tag begann für viele mit einem Katerfrühstück, für einen fiel das ganz aus. Danach machten wir uns auf in die Stadt. Die Sehenswürdigkeiten wurden für einmal im Schnelldurchlauf betrachtet, den heute sollte auch noch der Länderpunkt Rumänien geholt werden. So trafen wir uns mit den Bernern und begaben uns auf zum Stadion von Juventus Bukarest, ein ganz schmuckes Ding. Das Spiel der 3. Liga Rumäniens war dann auch auf entsprechendem Niveau und fiel 1-0 für die Gastgeber aus. 90 Minuten dauerte auch dieses Spiel, danach begaben wir uns zum Bahnhof Bucuresti Nord und genossen die letzten Stunden in Rumänien bei Bier und gutem Essen. Nach dem Einkauf diverser Getränke setzten wir uns in den Nachtzug Richtung Chisinau. Selbstverständlich durfte auch auf dieser Reise kein Deutscher Groundhopper fehlen, unglaublich, die trifft man einfach überall. Der Kräuterschnaps „Carpaten Classic“ war ein echter Klassiker und leerte sich binnen Minuten. Einige legendäre Sprüche und Gesänge folgten und schliesslich waren wir morgens um 9 in der Hauptstadt Moldova’s angekommen.
Erstmal folgte eine bereinigende Dusche, ehe wir uns Richtung Stadtzentrum bewegten. Überrascht war ich davon, dass Chisinau im Gegensatz zu Bukarest in sehr viel besserem Zustand war. Für umgerechnet einen Franken gönnten wir uns einige Biere in einem schönen Park, wo man auch noch auf einen ziemlich bleichen Rheintaler mit Cola und Freundin (nein, nicht J.H.) traf. Nach einem längeren Zwischenstopp im Irish Pub, wo’s endlich den geliebten Jägermeister zu trinken gab, führte uns ein nicht ganz so offizielles Taxi für 3 Franken zum Stadion. Die Spielstätte des FC Zimbru ist ein kleiner aber hübscher Bau. Nach knapp einer halben Stunde Spielzeit war der erste Berner sein T-Shirt los und nach 93 Minuten zittern waren die 3 Punkte im (Hosen-)Sack, die auch kein kleines Kind mehr nehmen konnte. Nach, sagen wir mal einem längeren Marsch zurück zum Hotel, genehmigten wir uns ein feines Essen, worauf wir allerdings ein wenig lange warten mussten. Zum Glück gab es aber auch noch das feiner Bier zur Überbrückung. Der Abend endete schliesslich in der legendären Hotelbar „Jupiter“ (im 17. Stock des Hotel Cosmos, Lift raus, geradeaus), wo Karaoke gesungen, Vodka getrunken und mit den Welschen Nati-Fahrern über die Gossau~Fen-Kleber diskutiert (I saw your Stickers in Bukarest) oder geflirtet (Stecki) wurde. Dank der Zeitumstellung merkten Rohner und ich dann, dass wir nur noch gut 2 Stunden hatten, bis wir das Taxi zum Flughafen nehmen sollten. So legten wir uns hin, währenddem die ganz trinkfesten das süsse Leben noch weiter genossen. Für uns 2 ging’s so also am nächsten Tag via Frankfurt zurück in die Heimat, der Rest verbrachte noch einen Tag in Chisinau und kehrte via Bukarest zurück. Rückblickend war das wieder ein rundum gelungener Ausflug mit guten Leuten und viel Spass, nur das „Hände aus dem Hosensack nehmen“ mussten wir uns wieder angewöhnenJ. Achja, all die Vorurteile von wegen klauende und gefährliche Leute in diesen Ländern bestätigten sich keineswegs.
Günther schreibt höchst amüsant über vermeintlich klauende Kinder, und die verfluchte Zeitumstellung.
„Do langets der in Hosesack, die chline Chind“, wurden wir vor unserer Reise in Richtung Rumänien und Moldova gewarnt. Zusätzlich sollte man auf seine Organe aufpassen. Gespannt fuhren Rohner und ich also morgens um 6 los um via Bergamo nach Bukarest zu kommen. Die Sektion Appenzell durfte ein wenig später los um dann doch früher in Bukarest zu sein. So läuft das halt. Auf der Zugreise nach Mailand traf man dann noch auf den aktuellen Mister Schweiz und seine Freundin (meine ehemalige Schulkollegin). Herr Rohner hatte natürlich die hälfte der Zugreise irgendetwas zu motzen, doch schlussendlich hatte auch er Freude, als wir, dank genügend Zeit, noch kurz den Mailänder Dom mitnehmen konnten. Nachdem wir dann am Flughafen auf Stecki trafen sassen wir auch schon im Flieger. Angekommen in Bukarest liefen wir erstmal an den offiziellen Taxis vorbei um dann von einem legendären Rumänen in seinem noch legendäreren Taxi mitgenommen zu werden. Wie wir später erfuhren standen die anderen stundenlang im Stau, unser Fahrer umfuhr diesen gekonnt und chauffierte uns über Landstrassen und gefährlich ausschauende Quartiere zu unserem Hotel. Immer wieder zeigte er mit dem Zeigefinger an seine Schläfe und meinte „Professor Professor“. Dabei meinte er natürlich nicht, dass er ein Arzt sei, der uns jetzt dann gleich die Nieren entfernt, er war einfach mit seinen Fahrkünsten sehr zufrieden. Nach dem einchecken in diesem riesigen und modernen Hotel trafen wir uns an der Hotelbar und unsere Truppe war komplett. Sogleich ging es ins eigene Hotel-Casino. Als bekannt wurde, dass hier alles Grattis ist, gab es kein Halten mehr. Paradies war hierfür nur der Vorname. Der nächste Tag begann für viele mit einem Katerfrühstück, für einen fiel das ganz aus. Danach machten wir uns auf in die Stadt. Die Sehenswürdigkeiten wurden für einmal im Schnelldurchlauf betrachtet, den heute sollte auch noch der Länderpunkt Rumänien geholt werden. So trafen wir uns mit den Bernern und begaben uns auf zum Stadion von Juventus Bukarest, ein ganz schmuckes Ding. Das Spiel der 3. Liga Rumäniens war dann auch auf entsprechendem Niveau und fiel 1-0 für die Gastgeber aus. 90 Minuten dauerte auch dieses Spiel, danach begaben wir uns zum Bahnhof Bucuresti Nord und genossen die letzten Stunden in Rumänien bei Bier und gutem Essen. Nach dem Einkauf diverser Getränke setzten wir uns in den Nachtzug Richtung Chisinau. Selbstverständlich durfte auch auf dieser Reise kein Deutscher Groundhopper fehlen, unglaublich, die trifft man einfach überall. Der Kräuterschnaps „Carpaten Classic“ war ein echter Klassiker und leerte sich binnen Minuten. Einige legendäre Sprüche und Gesänge folgten und schliesslich waren wir morgens um 9 in der Hauptstadt Moldova’s angekommen.
Erstmal folgte eine bereinigende Dusche, ehe wir uns Richtung Stadtzentrum bewegten. Überrascht war ich davon, dass Chisinau im Gegensatz zu Bukarest in sehr viel besserem Zustand war. Für umgerechnet einen Franken gönnten wir uns einige Biere in einem schönen Park, wo man auch noch auf einen ziemlich bleichen Rheintaler mit Cola und Freundin (nein, nicht J.H.) traf. Nach einem längeren Zwischenstopp im Irish Pub, wo’s endlich den geliebten Jägermeister zu trinken gab, führte uns ein nicht ganz so offizielles Taxi für 3 Franken zum Stadion. Die Spielstätte des FC Zimbru ist ein kleiner aber hübscher Bau. Nach knapp einer halben Stunde Spielzeit war der erste Berner sein T-Shirt los und nach 93 Minuten zittern waren die 3 Punkte im (Hosen-)Sack, die auch kein kleines Kind mehr nehmen konnte. Nach, sagen wir mal einem längeren Marsch zurück zum Hotel, genehmigten wir uns ein feines Essen, worauf wir allerdings ein wenig lange warten mussten. Zum Glück gab es aber auch noch das feiner Bier zur Überbrückung. Der Abend endete schliesslich in der legendären Hotelbar „Jupiter“ (im 17. Stock des Hotel Cosmos, Lift raus, geradeaus), wo Karaoke gesungen, Vodka getrunken und mit den Welschen Nati-Fahrern über die Gossau~Fen-Kleber diskutiert (I saw your Stickers in Bukarest) oder geflirtet (Stecki) wurde. Dank der Zeitumstellung merkten Rohner und ich dann, dass wir nur noch gut 2 Stunden hatten, bis wir das Taxi zum Flughafen nehmen sollten. So legten wir uns hin, währenddem die ganz trinkfesten das süsse Leben noch weiter genossen. Für uns 2 ging’s so also am nächsten Tag via Frankfurt zurück in die Heimat, der Rest verbrachte noch einen Tag in Chisinau und kehrte via Bukarest zurück. Rückblickend war das wieder ein rundum gelungener Ausflug mit guten Leuten und viel Spass, nur das „Hände aus dem Hosensack nehmen“ mussten wir uns wieder angewöhnenJ. Achja, all die Vorurteile von wegen klauende und gefährliche Leute in diesen Ländern bestätigten sich keineswegs.
Mittwoch, April 01, 2009
Gästeblog: Republik Moldau : Schweiz 0:2
Gästeblog von Erich:
also zuerst einmal, dänu, flo (Anmerkung: ich war schon mal da :-)http://gossau-gedanke.blogspot.com/2007_07_01_archive.html) , lukas, lüthi und fabio haben definitif an dieser legendären reise gefehlt.
für den hinweg nach bukarest, hatten nicht alle den gleichen weg genommen. günther und dani hatten sich für die mailand route entschieden. werni, corinne und ich , natürlich auch ralph und pascale, den einfachen und schnellen weg über zürich. so trafen wir uns gemeinsam erst gegen den frühen abend in bukarest.
der flug nach bukarest war normal, auch die einreise ohne grosses tamtam.unser lag hotel lag etwa 5 kilometer von der city entfernt. wo war die city??? vom flughafen zum hotel bezahlten wir 30 franken, zwängten uns zu sechst ins taxi. natürlich bereits mal 15 franken zuviel bezahlt. geschlagene 2 std durch bukarest. stau stau stau. die fahren auto , unglaublich, wie in thailand oder ägypten, einfach horror.
ich buchte ein 4* grand hotel für 33 euro pro person. wir dachten, 33 euro können wir uns jetzt leisten. und es war wirklich ein halbes grand hotel a la schweiz. bei uns haette man wohl 200 fr. pro person mind. bezahlt, wenn nicht mehr.
alles sehr modern und wie es scheint, das grösste hotel in europa, sie machten auf jedenfall werbung dafür.
nach zimmer bezug und ein happen essen gings zur hotelbar, und bald mal nach etlichen telefonaten von rohner (sie hatten auch 1.5 std mit dem taxi, und er dachte wohl, da läuft was schief) waren wir komplett. ein paar biere an der bar und dem imbiss von günther und rohner kam der legendäre abend im casino.
mittlerweile hatte sich stecki in unserem hotel ins zimmer von günther und rohner eingeschlichen ohne zu bezahlen. sein hostel wäre wohl noch mal 1.5 std mit dem taxi entfernt gewesen.
casino war freier eintritt, und jeder setzte sich zum roulette computer . alle am gleichen tisch.
ich tippe, mal jeder hatte mal vorweg genommen, für den ganzen abend im casino für
max. 5. fr. gespielt. stecki wohl eher weniger J. dafür hatten wir eine nette bedienung, die uns für die nächsten 3-5 std bediente (keine ahnung mehr wie lange) und alles gratis servierte von A bis Z (auch zigis für rohner), und im 10 minutentakt wurde gebechert ohne ende…..
das frühstück konnten dann am morgen nicht alle einnehmen (ralph), nachdem auschecken ging es via bus und metro zum bahnhof. nachdem koffer abgebeben wurde, suchte man die innenstadt (damen wollten doch shopping-hopping-punkt machen) mehr als 1-2 paläste und 2-3 schöne häuser und ein schöner park war nicht zu finden. eine richtige innenstadt gibt es nämlich nicht mehr
Am 4. März 1977 erschütterte ein Erdbeben das Gebiet um Bukarest. Dabei starben insgesamt über 1.500 Menschen. Durch die Erschütterungen wurde auch die historische Bausubstanz in Teilen zerstört.Mit den Aufräumarbeiten begann eine neue Phase der Stadtentwicklung, die sich durch einen radikalen Umbau der Innenstadt auszeichnete. Denn nach dem Erdbeben sah Nicolae Ceausescu die Möglichkeit, die traditionelle urbane Struktur großer innerstädtischer Bereiche fast vollständig im Stile einer totalitären Stadt mit einem kolossalen politisch-administrativen Zentrum zu ersetzen.
räffu aus bern meldete sich bei rohner, dass noch ein 3. ligaspiel stattfinden würde. nach längerer suche hatten wir das stadion vom fc juventus gefunden. ganz geiler alter ground.
ein hektisches spiel, dachte immer es geht nicht mehr lange bis es zu einer massenschlägerei auf dem feld kommt. gut 200 zuschauer und kein klo weit und breit, so durfte ich mein geschäft auf der mannschaftstoilette durchführen. ordner führte mich zuerst durch die mannschaftsgarderobe, dusche , massageliegen zum WC :-) auch nicht alltäglich.
nachdem spiel ging es zurück zum bahnhof, wo man gemütlich in einer beiz (wenn man das so nennen darf ) das abendessen einnahm.
alle zum supermarkt, wo man massenhaft bier und schnaps einkaufte für die zugfahrt. die zugfahrt war schon irgendwie legendär, da es halt ein sehr alter zug war, (4 schaffner , 4 versch. meinungen) zwischen 15-60 jahre alter zug…. irgendwie alt , aber sehr romantisch schön.
an bord waren: sicher 10 luzerner wo ich nicht kenne, gossauer, appenzeller, ybler, gcler, fcbler, grenats sicher auch 10, lausanner, aaarauer usw.
so wurde zw. 18.00 und 02.00 durchgebechert. zw. 03.00-05.00 stand der zug zwecks fahrwerkwechsel und landeskontrolle still. die mehrheit von uns hat das gar nicht mitbekommen. die zöllner muss ich echt sagen, waren recht nett und nicht kompliziert. es wurde zwar alles etwas durchsucht, und sicher 3 mal musste man pass zeigen und irgend ein fötzel ausfüllen , aber im ganzen alles recht einfach, hatte mir das anders vorgestellt.
gegen 08.00 war man in chisinau wo man direkt zum hotel ging. endlich duschen und ab an die hotelbar zum frühstücksbier. danach kleiner stadtrundgang zu fuss, bis man sich im park gemütlich gemacht hatte, und sich die biere genüsslich an der sonne einflösste. viele storys wurden erzählt, stepphhhh kam dann kurz zum besuch dazu (flasche cola in der hand) , wieso auch immer …….:-) .
nach einem abstecher ins irish pub ging es per taxi zum stadion, einlasskontrolle gleich null. gut gefüllter schweizer block, im blick stand was von 200, es waren aber sicher zw. 4-500. 3 flüge waren ja schon voll , plus ind. reisende. spiel hat ja jeder selbst gesehen, deshalb lass ich das auch sein.
nachdem spiel wollten wir kurz ein bier genehmigen und fanden eine sportsbar, randvoll.
raucherhölle ungemütlich für die frauen, komische gestalten. deshalb gingen wir auch gleich wieder zurück, den frauen zuliebe. abendessen im steakhouse neben dem hotel, geschlagene 1.5 std auf das essen gewartet. stecki ausgerastet, weil es lange ging, zu kleine portionen war usw. bis wir wein bekamen als ausgleich :-).
danach ging es ins hotel in den 17. stock = hotelbar………….
geile kneippe, zwei bardamen, je 12 kilo busen und gegen 90 kilo schwer.
karaoke vom feinsten, gell günthi….. gut gebechert und ein tisch voll moldawier und ein russe. mit dem typ vodka gesoffen ohne ende, nachdem günther, rohner, pascal,werni und ralph ins bett gingen, blieben nur noch ich und corinne, sowie stecki und reto aus bern übrig. im gleichen style weiter, saufen, vodka und karaoke….
am morgen danach waren günther und rohner bereits im flug nach hause, als wir noch einkaufen gingen für die heimfahrt.
randvolle tüten.
die heimfahrt kann ich kurz fassen.
viel bier im zug, viel gejasst und geredet. einfache zollkontrolle, werni mit vollrausch wie ich ihn noch nie gesehen habe. in bukarest gleich auf flughaufen, und nach hause im dauerschlaf.
leider haben ein paar gute freunde das nicht miterlebt.
also zuerst einmal, dänu, flo (Anmerkung: ich war schon mal da :-)http://gossau-gedanke.blogspot.com/2007_07_01_archive.html) , lukas, lüthi und fabio haben definitif an dieser legendären reise gefehlt.
für den hinweg nach bukarest, hatten nicht alle den gleichen weg genommen. günther und dani hatten sich für die mailand route entschieden. werni, corinne und ich , natürlich auch ralph und pascale, den einfachen und schnellen weg über zürich. so trafen wir uns gemeinsam erst gegen den frühen abend in bukarest.
der flug nach bukarest war normal, auch die einreise ohne grosses tamtam.unser lag hotel lag etwa 5 kilometer von der city entfernt. wo war die city??? vom flughafen zum hotel bezahlten wir 30 franken, zwängten uns zu sechst ins taxi. natürlich bereits mal 15 franken zuviel bezahlt. geschlagene 2 std durch bukarest. stau stau stau. die fahren auto , unglaublich, wie in thailand oder ägypten, einfach horror.
ich buchte ein 4* grand hotel für 33 euro pro person. wir dachten, 33 euro können wir uns jetzt leisten. und es war wirklich ein halbes grand hotel a la schweiz. bei uns haette man wohl 200 fr. pro person mind. bezahlt, wenn nicht mehr.
alles sehr modern und wie es scheint, das grösste hotel in europa, sie machten auf jedenfall werbung dafür.
nach zimmer bezug und ein happen essen gings zur hotelbar, und bald mal nach etlichen telefonaten von rohner (sie hatten auch 1.5 std mit dem taxi, und er dachte wohl, da läuft was schief) waren wir komplett. ein paar biere an der bar und dem imbiss von günther und rohner kam der legendäre abend im casino.
mittlerweile hatte sich stecki in unserem hotel ins zimmer von günther und rohner eingeschlichen ohne zu bezahlen. sein hostel wäre wohl noch mal 1.5 std mit dem taxi entfernt gewesen.
casino war freier eintritt, und jeder setzte sich zum roulette computer . alle am gleichen tisch.
ich tippe, mal jeder hatte mal vorweg genommen, für den ganzen abend im casino für
max. 5. fr. gespielt. stecki wohl eher weniger J. dafür hatten wir eine nette bedienung, die uns für die nächsten 3-5 std bediente (keine ahnung mehr wie lange) und alles gratis servierte von A bis Z (auch zigis für rohner), und im 10 minutentakt wurde gebechert ohne ende…..
das frühstück konnten dann am morgen nicht alle einnehmen (ralph), nachdem auschecken ging es via bus und metro zum bahnhof. nachdem koffer abgebeben wurde, suchte man die innenstadt (damen wollten doch shopping-hopping-punkt machen) mehr als 1-2 paläste und 2-3 schöne häuser und ein schöner park war nicht zu finden. eine richtige innenstadt gibt es nämlich nicht mehr
Am 4. März 1977 erschütterte ein Erdbeben das Gebiet um Bukarest. Dabei starben insgesamt über 1.500 Menschen. Durch die Erschütterungen wurde auch die historische Bausubstanz in Teilen zerstört.Mit den Aufräumarbeiten begann eine neue Phase der Stadtentwicklung, die sich durch einen radikalen Umbau der Innenstadt auszeichnete. Denn nach dem Erdbeben sah Nicolae Ceausescu die Möglichkeit, die traditionelle urbane Struktur großer innerstädtischer Bereiche fast vollständig im Stile einer totalitären Stadt mit einem kolossalen politisch-administrativen Zentrum zu ersetzen.
räffu aus bern meldete sich bei rohner, dass noch ein 3. ligaspiel stattfinden würde. nach längerer suche hatten wir das stadion vom fc juventus gefunden. ganz geiler alter ground.
ein hektisches spiel, dachte immer es geht nicht mehr lange bis es zu einer massenschlägerei auf dem feld kommt. gut 200 zuschauer und kein klo weit und breit, so durfte ich mein geschäft auf der mannschaftstoilette durchführen. ordner führte mich zuerst durch die mannschaftsgarderobe, dusche , massageliegen zum WC :-) auch nicht alltäglich.
nachdem spiel ging es zurück zum bahnhof, wo man gemütlich in einer beiz (wenn man das so nennen darf ) das abendessen einnahm.
alle zum supermarkt, wo man massenhaft bier und schnaps einkaufte für die zugfahrt. die zugfahrt war schon irgendwie legendär, da es halt ein sehr alter zug war, (4 schaffner , 4 versch. meinungen) zwischen 15-60 jahre alter zug…. irgendwie alt , aber sehr romantisch schön.
an bord waren: sicher 10 luzerner wo ich nicht kenne, gossauer, appenzeller, ybler, gcler, fcbler, grenats sicher auch 10, lausanner, aaarauer usw.
so wurde zw. 18.00 und 02.00 durchgebechert. zw. 03.00-05.00 stand der zug zwecks fahrwerkwechsel und landeskontrolle still. die mehrheit von uns hat das gar nicht mitbekommen. die zöllner muss ich echt sagen, waren recht nett und nicht kompliziert. es wurde zwar alles etwas durchsucht, und sicher 3 mal musste man pass zeigen und irgend ein fötzel ausfüllen , aber im ganzen alles recht einfach, hatte mir das anders vorgestellt.
gegen 08.00 war man in chisinau wo man direkt zum hotel ging. endlich duschen und ab an die hotelbar zum frühstücksbier. danach kleiner stadtrundgang zu fuss, bis man sich im park gemütlich gemacht hatte, und sich die biere genüsslich an der sonne einflösste. viele storys wurden erzählt, stepphhhh kam dann kurz zum besuch dazu (flasche cola in der hand) , wieso auch immer …….:-) .
nach einem abstecher ins irish pub ging es per taxi zum stadion, einlasskontrolle gleich null. gut gefüllter schweizer block, im blick stand was von 200, es waren aber sicher zw. 4-500. 3 flüge waren ja schon voll , plus ind. reisende. spiel hat ja jeder selbst gesehen, deshalb lass ich das auch sein.
nachdem spiel wollten wir kurz ein bier genehmigen und fanden eine sportsbar, randvoll.
raucherhölle ungemütlich für die frauen, komische gestalten. deshalb gingen wir auch gleich wieder zurück, den frauen zuliebe. abendessen im steakhouse neben dem hotel, geschlagene 1.5 std auf das essen gewartet. stecki ausgerastet, weil es lange ging, zu kleine portionen war usw. bis wir wein bekamen als ausgleich :-).
danach ging es ins hotel in den 17. stock = hotelbar………….
geile kneippe, zwei bardamen, je 12 kilo busen und gegen 90 kilo schwer.
karaoke vom feinsten, gell günthi….. gut gebechert und ein tisch voll moldawier und ein russe. mit dem typ vodka gesoffen ohne ende, nachdem günther, rohner, pascal,werni und ralph ins bett gingen, blieben nur noch ich und corinne, sowie stecki und reto aus bern übrig. im gleichen style weiter, saufen, vodka und karaoke….
am morgen danach waren günther und rohner bereits im flug nach hause, als wir noch einkaufen gingen für die heimfahrt.
randvolle tüten.
die heimfahrt kann ich kurz fassen.
viel bier im zug, viel gejasst und geredet. einfache zollkontrolle, werni mit vollrausch wie ich ihn noch nie gesehen habe. in bukarest gleich auf flughaufen, und nach hause im dauerschlaf.
leider haben ein paar gute freunde das nicht miterlebt.
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