Dienstag, Februar 24, 2009

Freitag Abend ist konkurrenzlos

Letzen Samstag fand ein Benefizspiel zu Gunsten der gähnend leeren FC St.Gallen Vereinskasse statt. Wieder mal trafen in diesem Match der FC Gossau und die Grün-Weissen aus der Kantonshauptstadt auffeinander, zum gefühlt 374 Mal in dieser Saison. Ich war nicht da, ich kanns nicht mehr sehen die Begegnungen zwischen diesen beiden Mannschaften. Mittlerweile kennen die Spieler die Laufwege ihrer Gegner besser, als die Geburtsdaten ihrer Freundinnen. Früher traten sich einige von ihnen jedes Wochende auf der Tanzfläche des Elephant Club auf den Füssen rum, heute halt auf dem Kunstrasen in Gossau. (Die Spielansetzung ist keine Kritik an die Verantwortlichen, was bleibt ihnen anders übrig bei den andauernden kurzfristigen Verschiebungen)

Das mit dem Benefizspiel war natürlich nicht ernst gemeint, der Eintritt war Gratis, aber ein Solidaritätsfranken für die Espen wäre doch eine gute Idee gewesen. Bei 400 Zuschauern hätte das immerhin 400 Franken gegeben. Geld das man in die neue Spieler Shop AG hätte stecken können, wenn schon der Edgar sein Portemonnaie nicht mehr aufmachen will. Das Spiel endete übrigens 2:0 für den FC Gossau, die Treffer erzielten die St.Galler. Vielleicht sollte man bei den Espen daher das Geld in den kreativen Gossauer Mittelfeldspieler Vincenzo Zinna investieren. Der talentierte Mann ist zwar immer wieder verletzt und angeschlagen, aber solche Dinge haben die St.Galler bekanntermassen noch nie von einem Transfer abgehalten.

Wenns so weiter schneit findet irgendwann Mitte Juni das erste FC Gossau Heimspiel statt. Bleibt Zeit um den Zuschaueraufmarsch seit dem Aufstieg zu analysieren. Brachte der Sensationsaufstieg die grossen Massen auf den Sportplatz Buechenwald? Ist es ratsam bei wichtigen Spielen vor den Kassen zu übernachten? Sind Tickets auf dem Schwarzmarkt so begehrt, wie Eintritte für ein Scooter Konzert in Bazenheid, oder doch eher wie für ein Gölä Auftritt in Islamabad?

Ein Sprichwort besagt, dass man Statistiken nur glauben darf, wenn man sie selber gefälscht hat. Dies trifft für die Untenstehende nicht zu, es wurde mit korrekten Zahlen gearbeitet (Quelle football.ch und gossau-gedanke.ch). Auffällig der FC Gossau hatte sowohl beim ersten Spieltag in der Saison 07/08 wie auch in dieser Spielzeit genau 700 Zuschauer gegen den FC Wohlen. Euphorie am Saisonbeginn sieht wohl irgendwie anders aus. Zum Vergleich die St.Galler hatten 600 Personen an ihrer Hauptversammlung, notabene im Gossauer Fürstenlandsaal. Weiter lässt sich ablesen, dass meistens weniger als 800 Zuschauer den Weg zum Sportplatz gefunden haben. Über 1'000 Zuschauer kamen in der letzten erfolgreichen Saison nur gegen Wil und Vaduz, wobei diese Gegner auch viele Anhänger mitbrachten. Zuschauermässig landete der FC Gossau auf Rang 14 von 18 Teams (hinter sich liesen die Fürstenländer Concordia Basel, Kriens, La Chaux de Fonds und Cham)
In dieser Spielzeit lässt sich ein leichter Abwärtstrend feststellen, Ausnahme die Partie gegen den FC St.Gallen was ja logisch war. Ansonsten herrschte in Gossau manchmal ein Zulauf wie bei einer Gastrede von Christoph Mörgeli an einem Juso Parteitag. Ein geschickter Schachzug der Vereinsführung ist, dass man nun vermehrt auf den Freitag Abend Termin setzt. Einerseits ist man da einigermassen konkurrenzlos was Sportveranstaltungen in der Region angeht, andererseits wird wohl auch der Umsatz bei den alkohlhaltigen Getränken in die Höhe schnellen. Das wäre dann eine weitere interessante Statistik, wie sich die Ansetzung von Spielen auf den Konsum von Bier auswirkt, sofern man da verlässliche Zahlen erhalten würde….Naja, der nächste langweilige Winterabend wird sicher kommen, und somit auch die nächste sinnfreie Statistik :-)

Unten noch die vollständige Reihenfolge der Gegner: (Rot Saison 2008/2009)
Total Zuschauerschnitt: 783

Wohlen (Espenmoos), 700
Chiasso (Espenmoos) , 500
Yverdon (Espenmoos), 410
Schaffhausen (Espenmoos), 650
Lugano, 720
Winterthur, 600
Concordia, 620
Delemont, 480
Servette, 780
Cham, 650
Kriens, 725
Bellinzona, 650
Locarno, 550
Wil, 1150
Vaduz, 1350
Chaux de Fonds, 750
Lausanne, 800
Wohlen, 700
Lausanne, 650
Winterthur, 900
Concordia, 750
Chaux de Fonds, 550
St.Gallen, 3000
Biel, 520
Servette, 400

Sonntag, Februar 22, 2009

verlängerte Winterpause

An Tagen, an denen in der Ostschweiz Fussballspiele unter regulären Bedingungen, in etwa so realistisch sind wie steigende UBS Aktien Kurse, da frönt man seiner Fussballleidenschaft wohl oder übel in den eigenen vier Wänden.
Zufälligerweise ist mir da letztens das Fussball-Jahrbuch 1990 von der ARD Sportschau in die Hände gefallen. Der Autor dieser Fachliteratur ist Heribet Fassbender, seines Zeichens legendärer Fussball Kommentator. Seine unvergleichlichen Sprüche sind vielen Fussballfans bis heute in Erinnerung geblieben.
Einge Kostproben:
-"und jetzt skandieren die Fans wieder: Türkiye, Türkiye. Was so viel heißt wie Türkei, Türkei",
-"Jetzt sind auch die Fans begeistert. Sie singen "Oh, wie bist du schön!"
-"Fußball ist inzwischen Sportart Nr. 1 in Frankreich. Handball übrigens auch."
Jedenfalls entdeckte ich im Fussballjahrbuch, vom Grand Seigneur des deuschen Sport Journalismus, einige sehr schöne Fotos, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Das erste zeigt die Juventus Turin Anhänger vor einem UEFA Cup Spiel in der Saison 1989/90 gegen den Hamburger Sport Verein. Man kann jetzt vom Turiner Nobelclub halten was man mag. Die Abbildung gefällt mir jedenfalls. Sie ist in gewissen Sinne, das Synonym für die gute alte Zeit im fanatischen Fussball Fan Land Italien.
Wie er da steht, der Tifosi mit der grossen Schwenkfahne, und im Hintergrund der brechend volle Fanblock. Da sind Verbot und Zensur von Zaunfahnen noch Fremdwörter, die Repression in den Kurven unseres südlichen Nachbarlands noch fern. Personalisierung von Tickets und die Schliessung von Gästesektoren sind vor 19 Jahren noch unvorstellbar, und Horrormärchen aus einer fernen Zukunft.

Das zweite Foto zeigt zwei Spieler von Hertha BSC Berlin, die sich über den Aufstieg in die 1.Bundesliga freuen. Schön die trendige achtziger Jahre Vokuhila (vorne Kurz, hinten Lang) Frisur des Herren Links. Ausserdem sind die Fussballhosen eng und knackig gehalten, nicht im schlapprigen Hip-Hop Stil von heute. Naja, und ob in der heutigen Zeit noch so herzhaft und innig gejubelt wird? Freuen tut man sich heute irgendwie cooler :-)

Mittwoch, Februar 18, 2009

GV steht übrigens für Generalversammlung

Generalversammlungen bei Fussballvereinen, sind mitunter eine skandalträchtige Angelegenheit. Vorallem aus unserem grossen Nachbarland sind einge deftige Episoden überliefert. Von Schlägereien neben dem Rednerpult, bis zu verbalen Aussetzern von Münchner Managern Richtung eigene Anhänger ist schon so einiges vorgefallen.

Mark hat auch schon ein paar GV's miterlebt. Ich weiss nicht ob er je Gewalt oder verbale Beschimpfungen auf diesen Versammlungen miterleben musste?
Sein amüsanter, nicht ganz ernst gemeinter Rückblick auf eine YB Generalversammlung ist jedenfalls nicht minder lustig, als der rotgefärbete, hässige Kopf von Uli aus Bayern.

Gästeblog:

Gerneralversammlung

Aus der Sicht eines Alkoholikers:
Um 17 Uhr stand ich schon mal vorsorgehalber vor dem Eingang, welcher um 17.30 Uhr endlich geöffnet wurde. Leider gab es erst nach der stocklangweiligen GV den Gratis-Glühwein, wegen dem ich gekommen bin. Zum Glück ging das Gelaber nicht so lang, so konnte ich schon nach ca. 30 Minuten volle Kanülle Glühwein abfüllen. Der ganze Spass dauerte danach aber auch nur ein halbe Stunde, so dass nach 18 Glühwein schon Schluss war. Angeglüht, aber alles andere als dicht habe ich dann noch eine Kanne voll mitlaufen lassen, welche ich im 20er Bus bis zum Bollwerk fast auf Ex runtergespült habe. Angesäuselt aber noch parat ging ich in den Cäsu, um mir den Rest zu geben.

Aus der Sicht eines Ultras:
Um unsere Gruppierung auch bei diesem Nicht-Fussballanlass zu vertreten, schickten wir eine Abordnung unserer Gründungsmitglieder an die YB-GV. GV steht übrigens für Generalversammlung, und nicht für hahaha Ihr wisst schon. Am Eingang kamen wir überraschenderweise ohne Search rein, so dass wir die Fackeln nicht in diversen Körperöffnungen hätten reinschmuggeln müssen. Alle Teilnehmer erhielten ein gelbes Blatt, welches aber viel zu klein war, um optisch einen Eindruck zu hinterlassen. Keine Ahnung von Fankultur die Chefetage. Nach einer rhetorisch eher mässigen Leistung und bei eisiger Kälte ging es mit Glühwein rein in die warme Stube, wo wir noch ein 5-5 klarmachen wollten, aber all die Luschers haben wieder mal gelutscht.

Aus der Sicht eines Allesfahrers:
Wieder einmal stand die Vereins-GV an. Da ich seit 284 Jahren keine Versammlung mehr verpasst habe, war ich trotz eisiger Kälte am Start. Einige Modefans, welche ich vor 23 Jahren noch nicht an der GV gesehen habe, waren jetzt plötzlich dabei. Wo wart Ihr, als es noch kein Gratis-Flusco gab? Geht doch zum Blau-Weiss Oberburg! Unsere Zaunfahne hing wie immer an unserem Stammplatz. Anwesend war die alte Allesfahrer-Garde, mit Zahnfleisch-Eddy, Dickdarm-Timo und natürlich dem Dicken Hammer. Es wurde über die guten alten Zeiten geredet und die GV wurde verlabert. Nach dieser Obligaten Versammlung gab es noch einen Glühwein. Der olle Kamizake-Kalle kotzte doch glatt einer alten Dame vor die Füsse! Jetzt folgt ein Tag Pause, am Mittwoch heisst es die Senioren 2 bei einem Plausch-Jassturnier in Österreich zu supporten, bevor am Donnerstag der Doppler Damen-Boccia Juniorinnen und YB 6 Support angesagt ist.

Aus der Sicht eines Nicht-Anwesenden:Ich glaube, ich habe nichts verpasst.

Anmerkung: die GV fand tatsächlich unter freiem Himmel im Wankdorf Stadion statt, also war der Glühwein sicherlich lebensnotwendig.

Sonntag, Februar 15, 2009

FC Locarno : FC Gossau 3:4

"Duo Damjanovic"
NLB
Stadio Lido
810 Zuschauer

Nach diesem äusserst denkwürdigen Spiel kam die Mannschaft zum Gästesektor und Assistenztrainer Miro Caktas fragte mich "Und, was schreibst du jetzt?"…
Für einen Moment war ich sprachlos, die letzten Minuten dieser Nachtragspartie in der Sonnenstube der Schweiz waren zu verwirrend, emotional zu anstrengend, einfach unglaublich…

Doch fangen wir von vorne an. Beim Bahnhof Arth-Goldau stieg ein Exponent unserer Fanszene ein, der körperlich nicht wirklich im besten Zustand war. Der eine oder andere Ausfallschritt, bis er sich halb schlafend, halb jammernd auf die bequeme Sitzbank platzieren konnte, machten das mehr als deutlich. Auch geistig schien er noch nicht wirklich auf der Höhe zu sein. Er sprach in wirren Sätzen von einer legendären Fasnachtsparty in einem Innerschweizer Dorf, mit dreimal soviel Publikum wie es Einwohnern gibt. Weiter erwähnte er eine Verkleidung, die sicher die Beste des ganzen Abends gewesen sei. Als "Duo Darko Damjanovic" seien er und sein Kollege aufgetaucht beim „Waldhötteball" in Meierskappel. Sein Trikot und sein Rest-Gel in den Haaren verrieten, dass er tatsächlich als Double des Gossauer Goalies seine Aufwartung in der Innerschweiz machte. Diese Kostümierung brachte ihm scheinbar in Liebesdingen den durchschlagenden Erfolg, unter anderem auch bei nicht mehr ganz so jungen Damen, was er nicht ganz unbescheiden mehrfach erwähnte.

Dem "Fasnächtler" ging es dann auch, als wir in Locarno ankamen, noch nicht wirklich toll. Lag wohl auch daran, dass er sich ein Klo als Schlafmöglichkeit für die Nacht ausgesucht hatte. Die herrlichen Sonnenstrahlen in unsere Gesichter liesen aber auch den Kater des Geschädigten ein wenig kleiner werden. Als wir feststellten, dass es sich bei dem freundlichen, stiernackigen Security Menschen am Eingang zum Stadion um einen deutschen Gastarbeiter handelt, war unser Darko Dopplgänger auch erstmals wieder zu Spässen aufgelegt. Den Arbeitsalltag des Sicherheitsmanns wird man wohl bald in einer dieser vielen Auswanderer Sendungen im deutschen Fernsehen verfolgen können, meinte er grinsend.

Erfreulich und überraschenderweise trafen wir im Stadioninnern auf äusserst viele Gossauer Gesichter. Eine stattliche Anzahl Junioren Trainer machte ein Ausflug zum Derby della Madonnina nach Mailand. Spontan entschieden sie, als Vorprogramm zu den Herrn Kaka und Adriano, den FC Gossau im Tessin zu unterstützen. So nahmen sie quasi den Dessert vor dem Hauptgang ein, oder was ist schon ein David Beckham gegen einen Mario Bigoni? Neben der Heerschar an Nachwus Ausbildern waren u.a. auch der gesperrte Longo und der nichtnominierte Roger Gmünder Richtung Süden gereist. Dies spricht sicherlich für den wiedererstarkten Charakter der Mannschaft, verdeutlicht auch durch die Aussage des Rheintaler Stürmers, der nur von eminent wichtigen 3 Punkten sprach und sich nicht über seine Nichtnomination beklagte.
Es herrschte eine Art Aufbruchstimmung, dies wurde auch sehr schnell auf dem Feld sichtbar. Nach wenigen Minuten war deutlich spürbar, dass hier eine ganz andere Gossauer Mannschaft am Werk ist, wie noch in der enttäuschenden Vorrunde. Die neuen Spieler scheinen sich gut eingefügt zu haben, dementsprechend waren die Ostschweizer den Tessinern zumindest ebenbürtig. Mit einem gerechten Unentschieden wurden dann die ersten 45 Minuten beendet. Der "Fasnächtler" war froh um die kurze Unterbrechung und sank in einen kurzen aber tiefen Schlaf. Andere Personen im Gästesektor plauderten währendessen über den umstrittenen Verbleib von Tomislav Misura beim FC Gossau. Der unglückliche Angreifer lief sich in der Pause dann schon mal warm, was gelinde gesagt nicht bei allen Gossau Fans Verzückung hervorrief. Einige wohl eher spassig gemeinte Sprüche von wegen "Dä stolperet scho no ä goal inne" waren da und dort zu hören.
Nach dem Pausentee erwischte der Tabellenletzte dann einen klassischen Fehlstart. In der 48.Minute gelang dem Heimteam das 1:0. Mehrheitlich natürlich zur Freude der ca. 800 Zuschauer im Stadio Lido. Der FC Gossau spielte aber unbeirrt weiter, und in der 71.Minute hämmerte dann Aljia (wieder mal Alija) den Ball mit Urgewalt in die Maschen. Kaum hatten wir uns vom Jubeln erholt, geschah etwas Sonderbares, etwas Mysteriöses, etwas ganz und gar Unheimliches. Der eingewechselte Tomislav Misura erzielte in der 73.Minute das 2:1 für den FC Gossau. Wo war Uri Geller? Gibt es schwarzen Schnee? Nein, es war tatsächlich der kroatische Stürmer, der sich an der Eckfahne von seinen Mitspielern feiern liess. Wahrscheinlich noch positiv geschockt, vom soeben Geschehenen kassierte Gossau zwei Minuten später allerdings gleich wieder den Ausgleich. Doch die Dramaturgie dieses wahnsinnigen Spiels hatte noch nicht seinen Höhepunkt erreicht. Wie Rocky Balboa in seinen Filmen, kam Tomislav Misura aus dem Nichts zurück, eigentlich war er schon abgeschrieben bei den Fürstenländern, schon fast vergessen, schon bei anderen Vereinen im Probetraining. Nun lief er in der 81.Minute erneut Richtung Eckfahne, nachdem er zuvor nach einem herrliche Sololauf das 3:2 für den FC Gossau erzielte. Hollywood hätte kein besseres Drehbuch schreiben können. Doch es hätte auch nicht zu diesem sonnendurchfluteten Nachmittag am Lago Maggiore gepasst, wenn das Tor unseres neuen Goalgetters der Schlusspunkt gewesen wäre. In der 90.Minute netzte der Locarno Argentinier Dante Senger das zweite Mal an diesem Tag ein, und erzielte das 3:3. Torwart Darko Damjanovic war verständlicherweise ziemlich entzürnt und entsetzt, alle Mühe umsonst?
Vier Minuten Nachspielzeit waren noch zu bewältigen, die Junioren Trainer des FC Gossau wollten sich schon in Richtung San Siro Stadion aufmachen, die Tessiner Tifosi hofften noch auf den Sieg mit einem der letzten Angriffe. Dann passierte etwas was, selbst unseren von Kopfweh geplagten Kollegen, alle Schmerzen vergessen liess. Der 21jährige Neuzugang Schiendorfer bekam im Strafraum den Ball, schoss mit jungendlicher Unbekümmertheit Richtung Locarno Tor, wir dachten erst der Ball wäre im Aussenetz geldandet, die jubelnden und schreienden Gossauer Spieler und Betreuer belehrten uns aber eines Bessern. Tatsächlich der Siegestreffer in diesem verrückten Spiel.
Ein wenig ungläubig gratulierten wir den Spielern und Trainern.Insbesondere bei Vlado Nogic spürte man die grosse Erleichterung über den Last-Minute Erfolg gegen den Abstiegskonkurrenten.

Wir wären wieder bei Assistenztrainer Miro Caktas der mich fragte "Und, was schreibst du jetzt?"…
Ich schreibe, WIR STIEGEN NIEMALS AB! (mit dieser Einstellung bestimmt nicht)
PS: vielleicht sollten unsere Kollegen öfters als "Duo Damjanovic" an die Fasnacht, es bringt Glück. Vielleicht gehen sie nächstes Jahr auch als "Duo Misura", wer weiss….

Samstag, Februar 14, 2009

Ottmars Musik

Ottmar Hitzfeld war letztens Gast in der Radio-Talk Sendung "Doppelpunkt" von Roger Schawinski ("Find i guet"). Das Gespräch war amüsant und aufschlussreich. Der Nati Trainer blieb auch ruhig, als in Schawinski in gewohnt angriffiger Manier vorwarf, in den letzten Trainerjahren international nicht mehr erfolgreich gewesen zu sein. Nicht sonderlich verwunderlich war auch, dass den ehemaligen PRO 7 Chef immer noch eine Niederlage im Tennis gegen Hitzfeld wurmt, notabene aus den späten Achtziger Jahren. (I bi scho föif zu eis vorne gsi, und du häsch no siebe föif gwunne").

Jeder Gast der Talksendung darf seine eigene Musik-Wunschliste mitbrigen. Hitzfeld wählte folgende Musik aus. (sieh Auflistung unten) Ich habe zu jedem Stück einen dazu passenden Spieler aus seiner jetztigen Mannschaft hinzugefügt.

1) Beethovens Fünfte (der frühe Hakan Yakin, Champions League Saison mit dem FC Basel)
2) Chris de Burgh "Missing You" (Ich hab dich mehr vermisst als Worte, singt da der irische Schnuzlenbarde. Es kann nur Patrick Müller gemeint sein, oder doch Philipp Degen. Wir wollen es nicht hoffen.)
3) Joe Cocker "Unchain my Heart" (Ludovic Magnin , ein ähnlicher Charakter Kopf wie Joe Cocker, auch ziemlich feierfreudig und immer mit dem Herz dabei)
4) Queen "We are the Champions" (natürlich kann das Lied nur Alex Frei gewidmet sein)

Mittwoch, Februar 11, 2009

Lukas reist...(Teil 6)

Lukas geniesst in seinem vorletzten Bericht, seine restlichen Tage in Buenos Aires, natürlich mit Fussball, aber nicht nur...

Gästeblog:
Südamerika Tour Oktober 2008-letzte Tage in Buenos Aires
Am Montag hatte ich wieder mal etwas Zeit für mich. Ich lief etwas durch die Bereiche der Innenstadt von Buenos Aires wo ich bisher noch nicht war, aber viele touristische Sehenswürdigkeiten gibt es in Buenos Aires nicht. Aber wer braucht schon irgendwelche touristische Sehenswürdigkeiten, die man einmal fotografiert und dann zur Nächsten geht, viel interessanter ist es zu sehen wie die Leute in Buenos Aires leben, die allgemeinen Gegensätze, die Viertel, einfach so wie die Stadt Buenos Aires ist.
Nach dem Innenstadtbummel und den diversen Einkäufen, die ich noch erledigen wollte, kaufte ich mir im Supermarkt mein Mittagessen und nahm den Bus zur Estacion Retiro. Die „Ole“ lesend, bzw. eher Bilder anschauend und versuchend etwas zu verstehen, verbrachte ich die kurze Fahrt und 2 Stationen später stieg ich aus und suchte das Stadion vom 4. Ligisten Excursionistas. In Argentinien wird immer gespielt, so ist dieses Spitzenspiel der 4. Liga am Montagnachmittag um 4 Uhr, ziemlich beschissene Anspielzeit für die arbeitende Bevölkerung. Trotzdem fanden sich rund 1000 Zuschauer für das Spiel gegen Deportivo Justo ein, der Grossteil davon natürlich in der Kurve. Das Spiel verlief sehr hitzig, während die Kurve mit einem Dauersupport überzeugte, beschäftigen sich die alten Herren auf der Haupttribüne mit dem Beschimpfen der Gegner und des Schiedsrichters. Die 41 Personen die trotz Gästeverbot im Gästeblock verweilten gingen dann auf die Pöbeleien ein und beleidigte den Heimtorwart und die Haupttribünenzuschauer so sehr, dass der äussert in Rage geratene Präsident von Excursionistas von der Polizei verlangte, dass sie das Tor zum Gästeblock öffnete, damit der Austausch der Nettigkeiten noch auf körperlicher Basis weitergehen kann. Dies wurde ihm natürlich von der Polizei verwehrt, worauf er ziemlich sauer an den Zaun ging, ein wenig hockkletterte und dann eine 5-minütige Hasstirade hielt, bei der ich eigentlich immer nur „puta“ hörte. Das Spiel endete 2:1 für die Gäste, was den Präsident auch nicht gerade beruhigte. Nach Spielschluss fuhr ich mit Pierre zurück zur Estacion Retiro und von dort mit der Metro zu Jannis Wohnung. Bei seinem Stammlokal um die Ecke nahmen wir ein kleines Nachtessen ein, um uns gestärkt zum 2. Ligatopspiel, das auch hier am Montagabend stattfindet, aufzumachen. Janni führte uns zielsicher zu der Cancha von Ferro, die dient momentan als Ausweichstadion für die Chacarita Juniors, deren Stadion den neuen Sicherheitsbestimmungen nicht mehr genügt. Vorbei an den schönen Graffitis von Ferro (siehe Foto) betraten wir das Stadion und sassen uns auf die Haupttribüne. Fünf Minuten nach Spielbeginn fiel das Flutlicht für 25 Minuten aus, was zu einer absoluten Gänsehautatmosphäre führte. Während die Kurve einfach weiter sang und dazu Bengalen zündete, stimmte der ganze Rest der 6‘000 Zuschauer mit ein und hielten dazu ihre Handy oder Feuerzeuge in die Luft, was eine schöne Lichtershow gab, dazu die unglaublich lauten und melodiösen Gesänge von Chaca, einfach genial! Nach dem Unterbruch wurde das Singen wieder nur der Kurve überlassen, was aber auch immer noch sehr gut war, Chaca geniesst nicht umsonst den Ruf eines eigentlichen Erstligisten, jedenfalls Fanmässig. Das Spiel gegen Atletico Tucuman endete 1:1, Gästefans sind leider auch in der 2. Liga nicht erlaubt. Nach dem Spiel fuhren wir mit dem nicht gerade friedlich aussehenden Chaca-Mob von der Station Caballito zurück zur Estacion Once, wo Pierre und ich gerade noch den letzten Bus zum Hotel zurück erreichten.
Am Dienstagmorgen schüttete es wie aus Kübeln. Das trockene Hotel musste trotzdem verlassen werden, war doch heute mein letzter Tag in Buenos Aires und ich wollte unbedingt noch das Viertel La Boca besichtigen. Dort angekommen war ich schon etwas enttäuscht, erwartete ich doch ein Quartier mit den bunten Häusern die man überall auf den Fotos sieht. In Realität sind es aber nur noch wenige Häuser die Museumsmässig ausgestellt und nicht mehr bewohnt sind. (siehe Foto.)
Ansonsten ist das Quartier nichts Spezielles. Dafür blieb mir mehr Zeit für die Besichtigung des Boca-Stadions, La Bombanera, darin ich leider, und das ist der einzige Wehmutstropfen dieser Reise, kein Spiel sehen konnte, aber das muss halt ein anderes Mal nachgeholt werden. (siehe Foto.) Bei meiner Reise hiess es ja dass die Haupttribüne des Stadions ab November umgebaut wird, mittlerweile ist der Termin aber wieder verschoben und es weiss keiner so genau wann es losgeht. Im Stadionbauch befinden sich noch das Boca-Museum und ein kleiner Shop, beides nett anzusehen, aber so speziell ist es auch wieder nicht. Per Bus machte ich mich auf den Weg zur Estacion Constitution wo ich mich mit Pierre traf und den Zug nach La Plata bestieg. La Plata ist eine kleine Universitätsstadt die quasi mit Buenos Aires zusammengewachsen ist. Die Fahrt mit dem Zug dauert auch nicht länger als in einige Vororte von Buenos Aires. Das kleine Städtchen im Schachbrettmuster (ähnlich wie La-Chaux-de-Fonds) ist sehr schön und hat einige gemütliche Parks und eine grosse Kathedrale. Weiter schauten wir ein Pferderennen an, das ich eigentlich nicht goutiere, aber ohne Eintritt ja auch nicht unterstütze und das in Argentinien sehr populär ist. Die „hipodromo“, also die Pferderennbahnen, in Argentinien sind riesig, sowohl die in Buenos Aires wie auch die in La Plata hat je vier grosse Zuschauertribünen. Nach einem leckeren Nachtessen gingen wir zum neuen Stadion von La Plata. Eigentlich hätten beide Vereine ein eigenes Stadion, da aber das von Estudiantes gerade umgebaut wird spielen sie derzeit im neuen Stadion das der Stadt gehört und mehr ein Prestige denn ein Zweckbau ist. Der Grund des Baus ist, dass der Stadtpräsident Bauherr ist und sich den Auftrag gleich selbst vergab… ein Schelm wer Böses denkt! Heute Abend fand hier das Hinspiel im Viertelfinale der Copa Sudamericana statt, dem südamerikanischen Pendent zum Uefa Cup. Das Spiel gegen den brasilianischen Erstligisten Botafogo vor 33‘000 Zuschauer war das sportlich Beste in Argentinien, Estudiantes trotz Unterzahl völlig entfesselt und dank einem Doppelschlag des ehemaligen Lazio Spielers Juan Pablo Veron mit einem ungefährdeten 2:0 Sieg. Die Stimmung überzeugte mich sehr, legte doch die Kurve einen astreinen Dauersupport an den Tag und stimmte diverse Male das ganze Stadion mit ein. Ich genoss jedes einzelne Lied des Spiels, verdrückte in der Pause noch zwei der ausgezeichneten argentinischen Stadionhamburger und machte mich nach Spielschluss sehr wehmütig auf den Rückweg zum Busbahnhof, war doch dies mein letztes Spiel in Argentinien auf dieser Tour. Nach einem 45 minütigen Fussmarsch erreichten wir den Busbahnhof, da zu später Stunde keine Züge mehr fuhren mussten wir auf dieses Verkehrsmittel ausweichen. Gegen halb zwei erreichten wir Buenos Aires und ich verabschiedete mich von Linke, Janni und Pierre. Im Hotel konnte ich mich noch für 4 Stunden hinlegen, ehe ich am Morgen den 86er Bus in Richtung Flughafen bestieg. Die zwei-Stunden dauernde Fahrt bereitet mir einen langsamen Abschied aus Buenos Aires und mit dem Wissen unbedingt mal wiederzukommen fuhr ich durch die Vororte zum Flughafen.

Dienstag, Februar 10, 2009

Skandal!!! 20 Bulgaren nützen Freizügigkeit schamlos aus...

Nun geht’s also wieder los. Vorbei die Zeit in der man sich über banale Dinge, wie fehlendes Kleingeld für den Migros Einkaufswagen aufregen konnte. Passé Abende in Beizen, die man sich durch blärrende "Guggenmusigen" vermiesen liess. TV Unterhaltungsprogramme im Januar-Loch, mit deutschen Auswandern, die in Thailand Strand-Cocktailbars eröffnen ("Alles Super hier, nur ein bisschen blöd, dass die Strandbar an einer stark befahrenen Hauptstrasse liegt und gut 10 Minuten vom Meer weg") sind vergessen und lässt man mit einem verständnisvollen Lächeln hinter sich.
In der Vergangenheit liegen umsatzstarke Nächte für die städtischen Szene Clubs, wo regionale Star-Fussballer ihre letztjährigen Punkteprämien in hochprozentigen Alkohol und "allzeitbereite" leichtbekleidete Girls investierten. Fussball ist wieder am Start…

Da kann Lara Gut noch so Gut den Berg runterfahren, da können die Ösis noch so langsam den Hang runter "stemmbögelen". Das Ganze interessiert kaum noch jemand (vielleicht noch Jan Billeter).
Was sind die Tränen von Rotscher National auf dem Center Court von Melbourne, im Verhältnis zum Kracher super Hyper Freundschafts-Freizügigkeitsspiel Schweiz:Bulgarien, mit dem das Fussballjahr 2009 so richtig lanciert wird. (schon mindestens 20 Bulgaren in der Schweiz am Mittwoch…übel Herr Reimann)
Was ist das TV Gejammer von Yasmin Hutter und Toni Brunner, Live aus dem "Haus der Freiheit" in Little Bukarest….äh sorry in Ebnat Kappel, gegen den sonntäglichen Derby Kapitalbock, des Schiedsrichters, oder eben doch durch den FC Z Goalie.
Was soll schon das Geheul über Rezession, Kurzarbeit und läppisch kleine UBS Verluste, gegen die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Nein nicht, ob die arbeitslosen Bank Manager in 5,5er Zimmer oder 6-Zimmer Sozialwohnungen einquartiert werden müssen.

Sondern…
Wann knallts das nächste Mal an der Herisauerstrasse, 9015 St.Gallen? Wird YB nach 284 Jahren wieder mal Schweizer Meister? Wo kriegt man die günstigsten Getränke für die Auswärtsfahrten? Lässt sich der neue FC G Captain, sein Saisonverbrauch an Haargel vertraglich zusichern? Schmeckt die Stadionwurst in Locarno immmer noch so unvorteilhaft wie früher? Was für einen Lieblingsverein hat "Music Star" Gölä?

und vorallem, packt der FC Gossau den Klassenerhalt?
und die allerwichtigste Frage, wird die Personenfreizügikeit nun auch auf Österreich und Deutschland ausgeweitet?