Donnerstag, November 06, 2008

selber Tabellenrang, selbe Liga, anderes Land (ein Vergleich)

(Derby gegen FC Lustenau)

(auswärts in Schwadorf (a.d.R:1320 Kilometer hin und zurück))

Gästeblog von Stephan
Auswärts mit Austria Lustenau in der zweiten Österreichischen Liga
Ich wurde gebeten, für diesen Blog, einen Bericht über das Auswärtsspiel in Salzburg zu schreiben. In Österreich ist der Verein bekannt, aber ist er es auch in der Schweiz? Bestimmt im angrenzenden Kanton St.Gallen. Lustenau ist regelmässig Testspielgegener vom FC St.Gallen, und in letzter Zeit auch vom FC Gossau.
Ich will euch deshalb kurz einen Überblick über den Verein geben:
1994 schaffte die Austria den Aufstieg aus der Regionalliga in die zweite Liga. Am 31. Mai 1997 reichte ein 1:1 in Steyr für den Aufstieg in die Bundesliga. In der Saison 97/98 als Lustenau nach einem Viertel der Saison auf Platz drei stand, kamen im Schnitt 10`000 Zuschauer zu den Heimspielen. Zuschauerrekord war beim Derby gegen SW Bregenz vor 14`500 Zuschauer (inkl. Zusatztribünen). Nach der dritten Saison in der Bundesliga stieg der Verein in die zweite Liga ab. International spielte Lustenau 1999 im UI-Cup gegen die Slowenische Mannschaft Rudar Velenje, gegen die sie auch gewannen. Zuhause schlug man Stade Rennes 1:0, schied dann aber im Rückspiel aus. Nächster Gegner wäre Juventus Turin gewesen.
Seit dem Abstieg aus der Bundesliga scheiterte Lustenau eigentlich immer knapp am Wiederaufstieg. In dieser Saison schaut es jedoch anders aus. Durch den Aufstieg von Mannschaften die durch Investoren gepusht werden, wird die österreichische Bundesliga für die Austria in Zukunft kein Thema mehr sein.
Lustenau spielt seit über zehn Jahren im Profifussball und hatte im Gegensatz zu fast allen anderen Vereinen noch nie finanzielle Probleme. In Lustenau wird ehrlich gewirtschaftet. Der ganze Kommerz bleibt hier aus. Es ist unglaublich was bei diesem Verein abgeht. Da ist die Nationalliga B in der Schweiz überhaupt kein Vergleich (St.Gallen mal ausgeklammert). Trotz einem miserablen Saisonstart kamen diese Saison im Schnitt immer noch 3000 Zuschauer zu den Heimspielen.
Mit Lustenau Auswärts zu fahren ist nicht ganz einfach, da immer am Dienstag oder am Freitag um 18 Uhr bzw. um 19 Uhrgespielt wird. Das "Topspiel" findet jeweils am Samstag statt. Meistens fahren wir mit der öbb. Aber glaubt mir, die öbb ist nicht mit der SBB zuvergleichen...Es ist äusserst mühsam, es gibt zwar gute Zugverbindungen in die grösseren Städte, da sich aber in der zweiten Liga wenig grosse Städte befinden, muss meistens improvisiert werden. Fahrten zwischen 6-10 Stunden pro Weg sind normal, aber es ging letzte Saison noch länger als Parndorf und Schwadorf in der Liga spielten, die zwischen Wien und Ungarn beheimatet sind.

Salzburg ist nebst dem Lokalrivalen und Innsbruck der nächstgelegene Gegner. Mit einem vollen 50er Bus fuhren wir vom Reichshofstadion über München nach Salzburg. Seit zwei Jahren hat es sich die Polizei zur Gewohnheit gemacht, uns bei den Auswärtsspielen zu begleiten. Den Sinn der Sache haben wir bis heute nicht verstanden. So verfolgten sie brav unseren Bus bis Salzburg. Die gute Stimmung im Bus konnten sie auch bei dieser Fahrt nicht nehmen.Ca. 20 Leute sind mit dem Auto angereist. Nach zwei Heimspielsiegen in Folge waren wir optimistisch gegen die Salzburg Juniors (2.Mannschaft des österreichischen Miliardärs Verein) ebenfalls zu punkten. Aber es kam, wie so typisch für diese Saison, anders. Nach 3 Minuten stand es bereits 1:0 für die Dosentruppe. Lustenau kämpfte zwar, aber es blieb bei diesem Spielstand. Insgesamt waren ca. 200 Leute im EM Stadion. So brauchte man nur laut zu Niesen um im ganzen Stadion gehört zu werden. Eine traurige Kulisse! Die Mannschaft verabschiedete sich zwar von uns, aber trotzdem waren wir natürlich sehr enttäuscht über dieses klägliche Scheitern. Ich zog mich nach Spielschluss direkt in den Bus zurück, zu gross war mein Anschiss über die Niederlage.
Nachdem aber alle andern wieder einstiegen, stieg gleich wieder die Partylaune :-) . Gegen 1.30 Uhr war ich wieder zuhause. Wieder wares eine super Busfahrt, mit super Leuten!

Vorschau:Nächstes Wochenende gastiert Admira Wacker Mödling im Reichshofstadion und am Dienstag gehts nach Innsbruck.
Das Lustenauer Derby findet am Freitag,21.11.08, statt.

Infos zum Verein und Fans findet ihr hier:
Vereinshymne von den Anti Heros: (Einfach das Lied "Gruen und Weiss" anklicken!)http://www.myspace.com/suburbandisaster

(Auswärts in Grödig, (a.d.R.680 Kilometer hin und zurück))

Mittwoch, November 05, 2008

nicht angepöbelte Schwestern...

Unter dem Titel "Rote Karte im Nebelspiel" erschien im St.Galler Tagblatt eine etwas andere Nachbetrachtung des Spiels FC Gossau : FC St.Gallen. Vorallem die beiden letzten Abschnitte des Berichts stiessen dabei einigen Fussballfans sauer auf.

(St.Galler Tagblatt vom 3.11.2008)
Immerhin verlief die mit Spannung erwartete und spannend verlaufene Partie friedlich. Zwar versuchten einzelne vom Bier benebelte Besucher die gegnerischen Anhänger mit halb- bis ganz doofen Sprüchen zu provozieren, aber mehr als gleich doofe Antworten waren bis eine Viertelstunde nach Schluss nicht auszumachen
Die Polizei markierte vom Stadion bis zum Bahnhof Präsenz. Auch die mitgeführten Hunde dürften dem einen oder andern angezeigt haben, dass seine unterkühlten Muskeln den Sprint gegen den deutschen Schäfer wohl verlieren würden. «Wir konnten den Match ohne angepöbelt zu werden verfolgen», gab es bei den in Gossau wohnhaften und eher für St. Gallen fanenden Schwestern Julia und Martina Wohlgensinger keinen Grund für Klagen. Dass St. Gallen die Partie gewann, nahm viel Dramatik aus der dritten Halbzeit.


Im restlichen Text wird ebenfalls von der dritten Halbzeit gesprochen. Allerdings werden dort vorallem Meinungen von verschiedenen Exponenten beider Vereine wieder gegeben. Das ist gut, und dabei hätte es auch bleiben sollen.
Man wird beim Lesen des Berichts nämlich das Gefühl nicht los, dass der Journalist im allgemeinen "Medien-Hype" um die Ausschreitungen durch Fussballfans, einfach zur allgemeinen Sicherheitslage noch etwas schreiben wollte, oder sich gar dazu verpflichtet sah. Eine Kentnis über die Fanszenen beider Vereine scheint allerdings nicht wirklich vorhanden zu sein.
Die Gossauer und St.Galler Fans sind sich nicht feindlich gesinnt, teilweise kennt man einander, und auch sonst ist da kein Konflikt vorhanden. Warum auch? Man spielte die letzten 15 Jahre nicht mehr gegeneinander, das Cupspiel vom letzen Jahr einmal ausgenommen. Während des Spiels kamen von beiden Fangruppen keine Gesänge gegen den Gegner, dies war symtomatisch für die friedliche Stimmung im Stadion.

Im Bericht wird geschrieben, dass teilweise halb-bis ganz doofe Sprüche zu hören waren. Na und, wo gibt es das nicht? Dies gehört zum Fussball, genauso wie Bier, das gemäss dem Journalist die Zuschauer benebelte, und die verbalen Ausrutscher erst auslöste. Ohne diese Dinge wären wir dann bei der sterilen, monotonen Atmosphäre die sich wohl kaum ein richtiger Fussballfan je wünschen wird. Weiter heisst es auch, dass die Präsenz der Polizei und ihrer Schäferhunde, den einen oder anderen wohl eingeschüchtert hätten. Diese Aussage dürfte einen eher Fussball unintressierten Leser zur Schlussfogerung verleiten, dass nur mit massiven Sicherheitsvorkehrungen ein gewaltloser Ablauf des Anlasses gewährleistet werden konnte. Das Zitieren der Aussage von den beiden Schwestern, die nicht angepöbelt wurden, scheint mir auch eher unnötig. Ich wüsste im besten Willen niemanden, aus dem eher übersichtlichen Kreis der regelmässigen Gossau Zuschauer, der zwei Frauen wegen ihrem "Fanen" für den FC SG anpöbeln würde.

Eins ist klar, durch die ganzen Schlagzeilen der letzten Wochen, sind "Herr und Frau Schweizer" interessiert an den Geschehnissen, rund um ein Fussballspiel. Mein Nachbar fragte mich am Sonntag Abend auch als erstes, ob es denn wirklich friedlich blieb am Spiel? Meiner Meinung nach sollte man dieses, durch die Medien extem aufgebauschte, Thema äusserst vorsichtig angehen, und gerade darum auch sensibel darüber schreiben. Es gibt einige Journalisten in der Schweiz, die sich auch innerhalb der Fanszenen auskennen, und auch sehr gut darüber schreiben. Wahrscheinlich hätten diese Personen einen Bericht über das "Rundherum" beim Derby ein wenig, oder grösstenteils anders formuliert. Es gibt nämlich so viele andere schöne Dinge rund um ein Fussballspiel, da ist es wirklich völlig überflüssig über nicht vorhandene Randale zu schreiben.

Sonntag, November 02, 2008

FC Gossau : FC St.Gallen 1:3

NLB
Gemeindesportplatz
3'000 (ausverkauft)

Die ganze Woche stand im Zeichen des grossen Ostschweizer Derby. Überall wurden Vergleiche gezogen zwischen dem Goliath aus der Kantonshautpstadt, und dem benachbarten David aus Gossau. Captain Thomas Knöpfel stellte gar im regionalen Fernsehen den Nassbereich der FC Gossau Kabine vor, und merkte humorig an "da isch jetzt nöd grad en Jacuzzi", um damit wohl auch den Unterschied zu den sanitären Möglichkeiten beim Gegner aufzuzeigen. Wenn dann auch noch die NZZ am Sonntag, das Spiel in einem Kommentar erwähnt, und meint, heute könnte wieder mal etwas legendäres passieren in der Ostschweiz, dann war man als FC G Anhänger gleichenteils beunruhigt, aber auch guter Hoffnung.

Das an diesem Tag nichts wie sonst ist bemerkte man spätestens, wenn man die Gossauer Bahnunterführung durchschritt, und die Treppe Richtung Sportplatz hochstieg. Breiträumig wurde da mit Gittern die Eingänge abgesperrt, und zu unser absoluten Verwunderung, meinten die Leute vom Sicherheitsdienst, dass die Gossau Fans heute im Gästeblock stehen würden. Dies erwies sich, aber relativ schnell als Fehlinformation und wir wurden wieder in die andere Richtung geschickt. Was uns im praktisch leeren Stadion noch ein paar Kommentare von St.Gallen Fans einbrockte "Du, er stönd im falsche Sektor hehe"….

Nichts war heute wie sonst, auch zwei provisorische Tribünen wurden im Hinblick auf das heutige Derby und das Cupspiel gegen YB aufgestellt. Dies, sehr zur unserer Freude, erwies sich der Platz hinter dem Tor, doch als ideal für unsere Fangruppe. Nach und nach, strömten für einmal die Massen ins kleine Gossauer Stadion.
Nichts war heute wie sonst, auch das Bier kostet 50 Rappen mehr, merkte der eine oder andere Zuschauer an. Ebenfalls nicht alltäglich war das Spiel für unseren Stadionsprecher, der in einem euphorischen Höhenflug, die Gästefans und das Heimpublikum zu einer "Welle" montivieren wollte. Doch, er musste schnell einsehen, dass es sich hier nicht um das Publikum der Schweizer Nationalmannschaft, sondern um ganz normale NLB Zuschauer handelt, und er brach die Übung erfolglos ab.

Nichts war heute wie sonst, "Ausverkauft" meldete der FC Gossau, doch die Mehrzahl der Zuschauer, war wohl auf Seiten des FC St.Gallen. Mit unserem Spruchband, "Ganz Gossau in Grün-Weiss?", warfen wir ein paar Minuten vor Spielbeginn, dann auch diese Frage auf. Um selbige, mit dem nächsten Transparent "NEIN, NICHT Ganz" und anschliessendem Einsatz unserer blau-weissen Fahnen zu beantworten.

Das hier der FC Gossau zeigen wollte wer Herr im Haus ist, wurde auf dem Feld schnell ersichtlich. Unter riesigem, frenetischen Jubel, schoss Aljia kurz nach Spielbeginn das 1:0 für die Gastgeber. Die darauf folgenden Jubelszenen, brachten Fansektor unerfahrene Personen, zu augenzwinkernden Aussagen wie "jetz hätti fascht angscht übercho vor eu". Leider bekam es der Gossauer Torschütze wenige Minuten später auch mit der Angst zu tun, als nämlich der Westschweizer Schiedsrichter in der Hosentasche einen Karton suchte. Nach dem Spiel meinte Aljia, er dachte er bekäme jetzt die gelbe Karte. Leider dachte der Spielleiter aber nicht das selbe, und zückte gleich mal die Rote Karte. Klar, der Ausgeschlossene gehört sicher zu den Spielern der härteren Gangart. Doch, wenn Alija für solche Fouls auf Höhe Mittellinie immer des Feldes verwiesen würde, hätter er wohl bis anhin nur halb soviel NLB Partien für den FC Gossau bestritten. Diverse unschöne Worte Richtung Schiedsrichter verliessen daraufhin die Münder der umstehenden Gossau Anhänger.
Der FC Gossau kämpfte liess sich allerdings nicht entmutigen, und kämpfte weiter, wie noch nie in dieser Saison. Trotzdem fiel noch vor der Pause der 1:1 Ausgleich. Als man sah wie viele Hände nach dem St.Galler Tor in die Höhe gingen, wurde einem das erste Mal so richtig bewusst, wie viele Espen Fans sich nach Gossau aufgemacht hatten. Philipp Züger hätte dann mit einem Weitschuss, fast noch für das schönste Tor aller Zeiten auf Gossauer Boden gesorgt….Leider aber nur fast.
Danach sorgte nur noch der Pausenpiff des, äusserst unglücklich agierenden, Schiedsrichters für Aufregung, notabene mitten in einer gefärchlichen Angriffsaktion des Heimteams. Das war etwa so, wie wenn einem im Restaurant der Dessert während des Verzehrs entrissen wird.

Nach der Pause begrüssten wir unsere Spieler mit dem Spruchband "Mit aller Kraft gegen die Übermacht" um sie auf die 2 Hälfte einzustimmen. Das so ein Hochhalten eines Spruchbands, in einem ausverkauften Stadion, nicht ganz einfach ist, zeigte die Tatsache, dass man fast jedem das Ganze noch schnell erklären musste. "Nein, es isch nünd gege St.Galle" und "Jo, es isch öpis für Gossau", dies zeigte wohl auch die Schwierigkeit für einige Zuschauer auf, die wohl bei jedem anderen Spiel zum FC SG gehalten hätten, oder sich teilweise ihrer Gefühle auch jetzt noch nicht richtig schlüssig waren.
Was danach folgte, war ein Sturmlauf der Gäste, dank dem grossartig reagierenden Darko Damjanovic blieb es aber bis 15 Minuten vor Schluss beim 1:1, ehe der Favorit doch noch zwei Treffer zum Sieg erzielte.

Kurze Zeit später pfiff der Schiedsrichter ab, und die Gäste hatten den nächsten Schritt zurück Richtung NLA hinter sich. Gossau dagegen, will nächste Saison noch in der NLB mitmischen, und wenn die Mannschaft immer diesen Einsatz und dieses Engagment zeigt wie bei diesem Derby, werden die Fürstenländer dieses Ziel auch erreichen. Der symphatische FC G Assistenztrainer Miro Caktas meinte nach dem Spiel, dass allerdings nicht jedes Spiel ein Derby sei, wo alle so überaus motiviert zu Werke gingen. Er lobte den Einsatz der Spieler, die mit 10 Mann gegen die St.Galler aufopferungsvoll kämpften "Wenn wir dann auch noch ein schönes Spiel zeigen könnten, würden die Spieler bei Real Madrid spielen, und nicht bei Gossau", meinte er.

Nichts war an diesem Sonntag wie sonst. Ausverkauft war der Sportplatz, richtig gute Fussballstimmung herrschte auf beiden Seiten und im ganzen Stadion.
Der FC Gossau hatte gar einen Fanshop aufgestellt, und ein Partyzelt in dem "Penalty Drinks" verkauft wurden, aber solange wir noch keinen "Jakuzzi" im Nassbereich haben, bleiben wir wohl der kleine, gemütliche, Nachbarverein des FC St.Gallen, und das ist auch gut so.


+/- zum Derby:

+++++endlich mal viele Gossauer mit blau-weissen Utensilien. Endlich einmal Farbe bekennend.
++++ endlich mal mehr als 6 Leute die mitsangen, kann aber noch viel, viel, viel besser und vorallem lauter werden…und das bitte nicht nur gegen den FC St.Gallen
+++ keine Anti-Gossau Gesänge der St.Galler, trotz hitzigem Spielverlauf
+++keine Anti-St.Gallen Gesänge der Gossauer, trotz hitzigem Spielverlauf
++Torjubel beim 1:0
+die provisorische Tribüne hinter dem Tor

- - - -Schirileistung

Donnerstag, Oktober 30, 2008

"Stadt der Liebe" vs. "Olma-Stadt"! Der Interview-Battle

Gibt man bei googlefight.com, die Begriffe FC St.Gallen und FC Gossau ein, dann ist das Resultat für den kleineren Verein vernichtend 192'000 : 67'200 Einträgen im Internet. Wenn nur die Städtenamen eingegeben werden, ist das Verhältnis gar noch krasser. Doch wie sieht es ausserhalb des globlen Netz aus? Was sind die Unterschiede zwischen Gossau und St.Gallen? Wo hat die kleinere Stadt vielleicht gar Vorteile?

Wer könnte diese Fragen besser beantworten, als zwei Personen die bereits beide Städte als Wohnort kennenlernten. Dazu habe ich ihnen einige Fragen gestellt, rsp. Stichwörter geliefert. Der eine gebürtiger St.Galler (SG) und fast immer an den Spielen der Espen anzutreffen, der andere gebürtiger Gossauer (G) und Allesfahrer des FC G.

"Stadt der Liebe vs."Olma Stadt"

Begriffe die euch zu Gossau einfallen:
SG:
Agglo, dörflicher Charakter (jeder kennt jeden), PiWi, BBC, Verkehr, Chläusler

G:
Schulzeit, Jugend, erster Rausch, Bünzlipolitik, Stau, gute Freunde, Piwi bis Ende der 90er, Halfpipe, de Hirsche


Begriffe die euch zu St. Gallen einfallen
SG:
Heimat, Kantonshauptstadt, Zentrum der Ostschweiz, Espenmoos, Schüga, OLMA, FCSG, Bratwurst, OpenAir, Kloster, Weihern, Altstadt, Vadian, viel Grün - viele Naherholungsgebiete

G:
Jetziger Wohnort, Stiftsbezirk, "Zentrumsrolle", Weiheren, Altstadt, "offenere Gesellschaft" (heisst nicht mehr so kleinkariert wie in Gossau), Openair, Kugl, RAUCHVERBOT :-)


Vorteile Stadt St.Gallen gegenüber Gossau?:
SG:
Zentral gelegen, Urban, anonymer (kann sowohl vor, als auch Nachteil sein), vielfältiger

Vorteil Stadt Gossau gegenüber St.Gallen?
G:
Die Steuern...
und man kennt sich eher (was man aber auch als Nachteil bezeichnen kann, halt situativ)


Stichwort stadtbekannte Politiker-Orginale. Taxi Bruno alias Taxi Tubel oder Albert Nufer, wenn favorisiert ihr?
SG:
Also Bruno kenn ich hauptsächlich als Taxifahrer, als Politiker weniger. Aber was ich so gehört habe sollte er besser das machen was er kann - Taxi fahren. Albert Nufer ist ein St. Galler Original. Er hat regelmässig auch von politisch anders gesinnten Stimmen bekommen. Ich favorisiere klar Nufer.

G:
Da geh ich mit dem Interviewbattlegegenüber (auch wenn ich seine Antwort nicht niedergeschrieben sehe) definitiv einig! :-)


Fanszene FC Gossau,eure Meinung?:
SG:
Besteht praktisch ausschliesslich aus Kollegen von mir. Der "Boom" begann mit dem Aufstieg in die NLB. Die heutigen Fans fuhren bis vor ca. 1,5 Jahren noch zu anderen Vereinen, aus verschiedenen Gründen machen sie das nun nicht mehr.
Mittlerweile hat sich die Szene aber etabliert und darf als "klein aber fein" bezeichnet werden.

G:
Hat sich aus verschiedenen Umständen gebildet. Ein Grossteil hatte wohl schlicht die Schnauze voll von "Events", katastrophalen Vereinshymnen, totaler Überbordung der Werbe- und "Heinzwichtig" Aktivitäten inklusive der "was man alles beim Fussball nicht mehr darf" und "was alles böse ist" Lügereien. Da einige die ersten Fussballerlebnisse
beim FCG hatten und der Verein durchaus wieder Unterstützung verdient hat (Mannschaft und Vereinsführung) bot es sich natürlich an,wieder zum (wenigstens teilweise) ehrlichen Fussball zu fahren.

Fanszene FC St.Gallen, was denkt ihr darüber?:
SG:
Die Fanszene des FCSG ist meiner Meinung nach einzigartig in der Schweiz. Schon im Espemmoos konnte sich die Zuschauerzahl in der NLA durchaus sehen lassen und mit denen der "Grossstadtvereinen" aus Zürich und so messen. Aber trotz dem Abstieg konnte das hohe Niveau sogar noch gesteigert werden. Im NSSG sind regelmässig über weit 10'000 Zuschauer bei den Heimspielen und die Auswärtsfahrten machen die Auswärts- zu Heimspielen. Nicht nur die Stadt St. Gallen, sondern die ganze Ostschweiz steht hinter dem FCSG und so kommt St. Gallen auch in dieser Hinsicht seiner Zentrumsfunktion nach. Der typische Zuschauer reicht vom Sitzplatz-Bier-und-Bratwurst-und-ich-hätte-es-besser-gekonnt-Fan, über Teenies mit Kaputzenpulli, über Kutten bis zu den Ultras hinter dem Tor.

G:
Haben einige dufte Typen am Start, teils Freunde von mir - aber teilweise auch echte Idioten. Und genau diese verleihen "grünweiss" teilweise einfach diesen Beigeschmack, welchen St.Gallen nicht bräuchte...


Tipp für Sonntag:
SG
Ich tippe auf einen Sieg des FCSG. Auf die Höhe möchte ich mich aber nicht festlegen. Ich denke es kommt auf die ersten Minuten des Spiels an, ob es eine Zitterpartie oder eine klare Sache wird.

G:
1:1 (Voll optimistisch. Hab den letzten Sonntag aus meinem Gedächtnis gestrichen (a.d.R. 0:5 in Schaffhausen!)

Mittwoch, Oktober 29, 2008

Ist Gossau Grün-Weiss?

Beim Velo Abstellplatz am Gossauer Bahnhof ist ein grosses FC SG an die Wand gesprayt, und es ist dies nicht das einzige seiner Art, in der 18'000 Einwohner Gemeinde. Morgens, wenn die Gossauer mit dem Auto zur Arbeit fahren, sieht man vielfach grün-weisse Wimpel an den Rückspiegeln hängen. Am Spieltag, pilgern viele Gossauer mit FC St.Gallen Schal Richtung Westen der Gallus Stadt. Einige Leute, die manchmal etwas mehr, als nur ihr Herzblut für den FC SG in die Waagschale werfen, haben ihren Ursprung ebenfalls in Gossau. Wenn man an der OLMA am lokalen Bierstand erzählt, dass heute noch ein wichtiges Cup Spiel ansteht, kommt die neugierige Frage:"Gegen wenn spielt denn der FC St.Gallen?" Die Kinder in Gossauer Schulen tragen im Turnuntericht grün-weiss gestreifte Trikots, keine blau-weissen. Ehemalige Klassenkameraden haben ihre Dauerkarte seit Jahr und Tag in der St.Galler Südkurve oder jetzt im Espenblock, und nicht auf der Holztribüne des Gemeindesportplatz. Selbst viele Leute die oft zum FC Gossau fahren, würden ein paralleles St.Gallen Spiel immer vorziehen.

Ist Gossau also eigentlich völlig FC St.Gallen? Ist die Stadt nicht nur raumplanerisch bereits total mit der Ostschweizer Metropole verwachsen? Was ist noch FC Gossau in der Stadt im Fürstenland? Manchmal fühlt man sich als Anhänger der Blau-Weissen tatsächlich, wie die unbeugsamen Gallier im riesigen Grünen Reich. Hätte die Vereinsführung nicht vor ein paar Jahren, die schöne Idee gehabt, alle Junioren mit FC G Trainer auszurüsten, würde wahrscheinlich im Gossauer Alltag kaum etwas an den lokalen Verein erinnern.

Wie wird es am Sonntag werden? Der Gossauer an und für sich, ist ein Lokalpatriot. Er liebt sein Stadtbühler Bier, sein Bahnhof an dem fast jeder Zug hält, und er hasst das alltägliche Feierabend Verkehrs Chaos in seinem "Dorf".
Werden am Sonntag deshalb wieder Leute, die man sonst eher mit Bier und Bratwurst im neuen St.Galler Stadion sieht, ihre Hände in die Höhe reissen, bei einem allfälligen Gossauer Treffer. Solche Szenen gab es im letzten Oktober beim überraschenden Cup Aus der Espen, als der FC Gossau nicht ganz unbeteiligt daran war.

Eins scheint klar, was auch immer am Tag nach Allerheiligen geschehen wird. Ändern wird sich nicht viel. Die Gossauer werden weiterhin mehrheitlich die Spiele des FC St.Gallen besuchen. Es werden sich alle 2 Wochen die selben 600 Zuschauer wie bis anhin zum Gemeindesportplatz aufmachen. 5-6 Leute (wenns hoch kommt) werden Fahnen schwingen, und ihre Hingabe zur "Stadt der Liebe" bekunden. FC G Legende Franz Sebastian Vicenz Maria Keel wird im Clubheim in Ruhe sein Bier trinken. Darko Damjanovic wird sich über den nörgelden Zuschauer hinter seinem Tor aufregen. Der FC Gossau wird die ganze Saison nicht mehr „Ausverkauft“ melden können, keine Tickets werden auf Ricardo feilgebeton, und im Gästeblock wird dann wieder meist Tristesse herrschen.

Eins wäre trotzdem schön, wenn Gossau auch in vieler Hinsicht Grün-Weiss ist. Bei einem Sieg am Sonntag steht die Stadt, zumindest für einen Tag, wieder ganz im Zeichen von Blau und Weiss. Wie einst in den Neunzigerjahren, beim letzten meisterschaftlichen Aufeinandertreffen in Gossau.

Vielleicht erinnern sich einige daran...

Montag, Oktober 27, 2008

FC Schaffhausen : FC Gossau 5:0

(Spielminute 92. Ratlosigkeit nicht nur auf dem Feld)
NLB
Stadion Ebnet
850 Zuschauer

Viktor Röthlin war nicht am Start, der Luzern Marathon ist aber trotzdem stark mit dem Namen des bekanntesten Schweizer Läufer verbunden. Der Innerschweizer ist die Werbefigur des 42,195km Rennens in der Leuchtenstadt.
Zu kurz liegt Olympia zurück, deshalb nahm der WM-Dritte den Lauf selber nicht auf sich, zudem ist der Lucerne Marathon speziell auf Amateur Sportler ausgerichtet. Man verzichtet bewusst auf teure Läuferimporte aus Afrika oder sonstwo her. Da es auch keine besonders schnelle Strecke ist, würde eine Rekordjagd auch keinen Sinn machen

Faszinierend wie Röthlin trotzdem als Zuschauer, die Läufer enthuisastisch anfeuerte und abklatschte. Dieser Mann muss eine unglaubliche Liebe zu seinem Sport haben. Vielen Teilnehmern gaben diese Motivations-Aktionen von der Schweizer Marathon Ikone, vielleicht den letzten Kick, um nochmals alle Kräfte zu sammeln, für die zweiten 21,1km. Nochmals hoch die Steigung nach St.Niklausen, dann hinunter nach Horw und dann kämpfend über Kriens hinaus, eintauchend in die grossen Zuschauermassen der Luzerner Innenstadt.

Viktor Röthlin preist auf vicsystem.ch (was für ein lustiger Name), seine Trainingmethoden an. Für nicht ganz unbescheidene 150.-- CHF kann man sich einen Trainingplan ausstellen lassen. Auf solche ausgeklügelten Trainingsmethoden verzichte ich persönlich gänzlich. Trotzdem absolvierte ich einen wunderbaren Lauf, und verpasste mit 3h 19 Sekunden nur ganz knapp meine persönliche Bestleistung.
Während des Laufs sah man das Stadion Kleinfeld des SC Kriens. Wie schön es doch wäre, wenn der FC Gossau heute gegen den FC Schaffhausen, eine ähnliche Leistung abrufen könnte, wie vor einem Jahr, dachte ich mir beim vorbeirennen. Damals gewannen die Fürstenländer
überraschend 2:0 in der Innerschweiz.

Während mein Marathon Kollege aus Meierskappel, mit grossem Eifer noch jede Treppe zu umgehen versuchte, ging es mir nachdem Marathon eigentlich schon wieder richtig gut, und es zog mich Richtung Schaffhausen. Da unser FC G Supporter aus Appenzell, ebenfalls zu den sportlichen Menschen zählt, leider aber verletzungsbedingt kurzfristig den Lauf absagen musste, stellte er sich trotzdem alles Unterstützer an der Laufstrecke, und als Fahrdienst nach Schaffhausen zur Verfügung. (Nochmals grossen Dank)
So gings im Eiltempo und mit stetem Blick auf den SMS Totomat Richtung Munot Stadt. Bis kurz vor Zürich war noch alles in Ordnung, dann kam die Meldung "1:0 für Schaffhausen". Ein ungutes Gefühl beschlich fortan meine müden Knochen. In Schaffhausen war die Freude erstmal gross. Regula die beste "Getränkeverkäuferin" der NLB war vor Ort, und sogar noch ausgerüstet mit einem Gossau Schal. Doch, das wars dann auch mit schönen Gefühlen für den heutigen Tag. Sang und klanglos und völlig diskussionslos verloren die Gossauer mit 0:5. Das einzige Highlight aus Gossauer Sicht war, dass der ehemalige Topskorer Safet Etemi nach seinem Treffer auf einen Torjubel verzichtete. Ansonsten war das ganze ziemlich erschreckend, einzig Thomas Knöpfel schoss einmal aufs Tor. Optimismus oder Durchschlagkraft im gegnerischen Strafraum sind nicht vorhanden, und im Gegensatz zur letzten Saison, brennt es auch im eigenen Sechzehner meist lichterloh. Ehrlich gesagt ist mir jetzt schon Angst und Bange vor dem nächsten, nicht ganz unwichtigen, Spiel in Gossau.

Viktor Röthlin hat eine schier wahnsinnige Hingabe zu seinem Sport. Man kann davon halten was man will. Es wäre allerdings von Nöten, dass einige Leute beim FC Gossau auch wieder ihre Liebe zum Fussball entdecken würden, und sich nicht von irgendwelchen anderen Sachen ablenken liesen. 6591 Läuferinnen und Läufer nahmen am Luzerner Marathon und Halbmarathon teil. Fröhliche Gesichter, die Gewissheit im Ziel das Letze aus sich herausgeholt zu haben, Freude am gemeinschaftlichen Erlebnis, Freude am Sport. All diese Dinge habe ich bei der Mannschaft des FC Gossau an diesem Sonntag nicht gesehen.

Der Spielplan meint es allerdings gut mit den Gossauer Spielern. Ein Sieg am nächsten Sonntag, und all die desaströsen Leistungen der letzen Wochen sind vergeben und vergessen. Doch für solch ein Erfolgserlebnis ist ein grosser Kraftakt nötig, da würde gar ein abklatschender und motivierender Vikor Röthlin in der Kabine, alleine nicht reichen.

Mittwoch, Oktober 22, 2008

Es gibt solche Tage...

06.18h der Handy-Wecker ertönt. Wunderbar, ich fühl mich kränklich, Halsweh, Schluckweh, einfach richtig unwohl. So jetzt kurz Duschen, dann um 06.30h die Wiederholung von Sport Aktuell anschauen, gestern ging ich früh Schlafen (siehe oben, Unwohlsein). Gegen wenn wohl der FC Gossau spielt? Mein Handy vibriert einmal, zweimal, dreimal, viermal, fünfmal. Mir schwant Böses, also wird es wohl gegen YB gehen. Gut kennt man da keinen, gut ist man mit keinen von denen befreundet. Ohne das ich eines der SMS gelesen habe, laufe ich wie ferngesteuert Richtung TV Gerät. Tatsächlich verkündet Rainer Maria Salzgeber im breiten Walliser Dialekt "entwider spiele dr'Young Boys oder dr FC Alle gege Gossau". Na toll...

So, aber nicht aufgeben der Tag kann ja nur noch besser werden. Jetzt im Auto ein bisschen Udo hören, und alles wird gut. "Ich bin gerast durch dieses Leben, bin geflogen aus den Kurven...krzsazerzaszeferjtjas" und Aus. Ich sollte mal den verdammten CD Player ersetzen! Dafür läuft jetzt die neue Gölä Single auf DRS 3! DANKE GOTT! Das ist wie man Diego Maradona spielen sehen will, und dafür läuft Reto Zanni auf. Im Büro erfährt man, die Mitarbeiterin ist krank, die ganze Arbeit bleibt also bei mir hängen. Natürlich heute der Teufel los, aber war ja klar.

Irgendwann geht auch dieser Tag vorbei. Beim Hauseingang sind die Handwerker beschäftigt, die Kellertüre steht offen. Genau in dem Moment als ich Eintreten will geht die Türe zu...Super, Schlüssel natürlich am Mittag zuhause vergessen. In einer akrobatischen Aktion, schmunzelnd beobachtet von mehreren umstehenden Leuten, betätige ich irgendwie die Haustürklingel, ohne den neu gemachten Boden des Hauseingangs zu berühren. Gut, ist meine Frau zuhause.

Nun, nur noch zum Lauftraining und der Tag ist rum. Was ist denn da los? Fernsehkamera, ein Auto mit St.Galler Tagblatt Aufschrift, dazu die allseits bekannten Gesichter der Lokalpresse. Motto "Bewegen und Begegnen",die Regierungspräsidentin gibt sich am Lauftreff die Ehre. Sie ist mir symphatisch, ganz klar. Doch heute fehlt mir der Nerv, für Reden. Gottseidank hält sie sich, für Politiker Verhältnisse, ziemlich kurz. Ich fühl mich trotzdem wie ein Rennpferd in der Startbox, will nur noch laufen.
"Werner chunsch au mit üs, a chum?" sage ich zu einem Vereinskollegen. "Nei, du hüt gangi mol mit dä andere", entgegnet er. "Schad Werner" meine ich. Ein anderer kommt hinzu "Ah chom Hans". Hans???ach ja genau. Ziemlich peinlich, Name verwechselt, und auch noch einige Male so richtig kräftig betont. Gut ist es schon ziemlich dunkel, und das Kameralicht auf das Regierungs Mitglied gerichtet, so sieht man meinen roten Kopf nicht.
So jetzt Laufen, Laufen, Laufen. Auf einmal, auf dem Boden ein dunkler Streifen. Ich denke mir nichts dabei, frage aber trotzdem mal die anderen, was das wohl sei auf der Strasse? "Ach das, das sei nur "Gülle", aber gut das ich noch schön dieser Spur nach Laufe" antwortet ein Laufkollege lachend.

Ich bin bedient, verzichte auf den offerierten Apero der Politikerin und gehe nach Hause. Endlich Duschen. Mein Frau sagt, sie habe heute einen neuen Duschkopf gekauft, der sei extrem wassersparend. Gut denke ich, eine Frau die mitstudiert, und umweltbewusst ist. Da hat man gut geheiratet, ein imaginäres auf die eigene Schulter klopfen. Doch welch Entsetzen unter der Dusche! Wo bin ich? Moskau? Tel Aviv? Neapel? Madrid? Kein Wasserdruck! Das Teil erzeugt keinen Druck. Der wohl beste Grund, überhaupt in der Schweiz zu wohnen und zu leben, ist mit einem Mal zunichte gemacht. Der geliebte Wasserdruck, ist durch ein mühsames Tröpfeln ersetzt worden.

Was kann jetzt noch folgen? Schon den ganzen Tag freue ich mich auf die letzten Seiten von Tim Park's Bestseller "Stille". Ich liege entspannt im Bett, und verschlinge die Sätze. Was wohl mit dem alten Nazi passiert ist? Wurde er umgebracht? Was macht Cleavers Sohn im Südtirol? Und überhaupt und sowieso? Die Seiten werden immer weniger! Als ich beim letzten Satz angekommen bin, schaue ich verzweifelt, ob nicht noch mehr folgen müssten. Man erfährt nicht wieso der alte Nazi gestorben ist, aber das ist nicht schlimm. Bedauernswert ist überhaupt, dass dieses Buch enden musste, wie immer beim unaufhaltbaren Ende einer guten Geschichte, empfindet man eine gewisse Trauer. Doch gute Bücher müssen wohl an solchen Tagen enden...